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Frankfurter Berg Ungute Gefühle

Die Bewohner des Frankfurter Bergs klagen über Randalen und lärmende Gruppen. Da kommt es bei ihnen nicht gut an, dass das 15. Polizeirevier vom Wickenweg wegzieht und mit dem Revier 14 im Mertonviertel fusioniert.

13.03.2015 18:46
Philip Dingeldey
Die Unterführung am Bahnhof meiden viele bei Dunkelheit. Foto: Peter Jülich

Der Frankfurter Berg hat nicht den besten Ruf. Immer wieder ist von kriminellen Handlungen die Rede. Häufig gibt es Beschwerden über Randalen. Der öffentliche Bücherschrank vor dem Rewe am Malvenweg wurde bereits zweimal abgefackelt.

Ärger gab es auch in den nach Blumen benannten Straßen. Mehrere Anwohner des Jasminwegs etwa beschwerten sich vergangenes Jahr über nächtlich lärmende Gruppen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Letztere hätten angeblich mit illegalen Waren gehandelt und mit Diebesgut geprahlt. Andere, wie Sozialbezirksvorsteherin Heidemarie Teske (CDU), bezweifelten die Aussage: Die Örtlichkeit sei zum Dealen ungeeignet, da Fluchtwege fehlten. Das Problem sei eher die Ruhestörung gewesen. Das Abmontieren der dortigen Bänke, auf denen sich die Gruppen des nachts hockten, brachte jedoch lediglich einen Ortswechsel innerhalb des Stadtteils.

Fragt man Einwohner, ob sie sich am Frankfurter Berg sicher fühlen, kommen häufig ausweichende Antworten. Viele, die sich eher unsicher fühlen, trauen sich nicht, nähere Auskünfte zu geben. Manche geben an, bei Dunkelheit bestimmte Orte, wie die Unterführung am Bahnhof, zu meiden. Wolfgang Brunner vom Bürgerverein Frankfurter Berg glaubt, dass die Situation nicht mehr so schlimm ist, wie vielleicht vor 20 Jahren. „Aber die Kriminalitätsstatistik ist immer noch hoch, und nicht alles wird verfolgt.“

Für Diskussionen hat der bevorstehende Wegzug des 15. Polizeireviers gesorgt. Zum Jahreswechsel werden die Beamten vom Wickenweg abgezogen und im Mertonviertel mit dem Revier 14 fusioniert. Polizeipräsident Gerhard Bereswill verspricht sich davon Synergieeffekte. So könnten bei gleicher Anzahl an Personal mehr Streifenwagen unterwegs sein. „Ein flexibleres und schnelleres Eingreifen ist dann möglich“, sagte Bereswill im Januar in der Sitzung des Ortsbeirats 10. Das erhöhe die Präsenz vor Ort, zumal er den Service von stadtteilspezifischen Schutzmännern anbieten wolle.

Ortsvorsteher Robert Lange (CDU) sieht das ähnlich. „Es ist besser, wenn mehr Streifenwagen zur Verfügung stehen. Außerdem gehen die meisten gar nicht mehr direkt in ein Polizeirevier, sondern machen das per Telefon oder E-Mail. Der Abzug des Reviers wird also kein großer Nachteil sein.“ Manche Bürger oder Ortsbeiratsmitglieder scheinen weniger überzeugt. Sie vermuteten, dass zumindest das Sicherheitsgefühl am Frankfurter Berg weiter sinken wird, wenn das Revier abgezogen ist. „Wir hoffen zwar auf mehr Streifen, aber wir werden das Ganze weiterhin kritisch beobachten“, sagte Brunner. „Manchmal schafft es die Polizei jetzt schon nicht, rechtzeitig hier vor Ort zu sein.“

Bislang betreut das Revier 15 etwa 44.000 Einwohner mit 44 Polizeibeamten.

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