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Frankfurter AfD Der AfD fehlen Themen und Personal

Siebeneinhalb Monate vor der Kommunalwahl fehlt es der Frankfurter AfD noch an Inhalten und Personal. Viele Mitglieder treten aus dem Kreisverband aus. Für September ist ein Kreisparteitag geplant.

Die Frankfurter AfD hat es nicht leicht: Auf der Leipziger Straße will ein AfD-Wahlkämpfer ein Plakat aufhängen, er wird aber von linksradikalen Aktivisten gestört und behindert. Foto: Monika Müller

Es gibt einige Lücken auf den Internetseiten der Frankfurter AfD. Schaut man sich zum Beispiel an, was unter der Rubrik Kontakt zum Vorstand steht, stellt man fest, dass es zwar einen Sprecher gibt (Helmut Alt) und einen Stellvertreter (der Stadtverordnete der Römer-Fraktion Rainer Rahn). Hinter den übrigen Positionen – Schatzmeister, Beisitzer, Kassenprüfer – finden sich hingegen keine Einträge. Und auch zum Thema Kommunalpolitik äußert sich die AfD nicht wirklich. Im Internet heißt es dazu nur: „Sobald unsere Mitglieder intern ihre politischen Standpunkte fixiert haben, werden wir die mehrheitlich beschlossenen Positionen in Form von Grundsatzpapieren hier veröffentlichen.“ Eine beachtliche Aussage siebeneinhalb Monate vor der Kommunalwahl.

Sprecher Helmut Alt setzt große Hoffnungen auf einen Kreisparteitag im September. Dann werde das Programm für die Kommunalwahl aufgestellt. Und auch einen neuen Vorstand will die AfD dann wählen. Alt selbst bekleidet den Posten nämlich nur als Interimslösung nach dem Rücktritt von Ralf Dedermann am 10. Juli. Alt bestätigt im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau, dass es in der Vergangenheit Austritte aus dem derzeit 280 Mitglieder zählenden Frankfurter Kreisverband gegeben habe. „Doch diese Welle ist nun vorbei“, sagt Alt.

Überläufer zur Alfa-Partei

Genau das glaubt der Ex-Vorsitzende Dedermann nicht. Er trat – zusammen mit weiteren Vorstandsmitgliedern – aus, weil das einst „breit gefächerte Themenspektrum der AfD“ reduziert gewesen sei auf Zuwanderung, Integration und Islam. Zudem kritisierte er den Stil der Diskussionen, der durch „Diffamieren, Beleidigen und Grölen“ geprägt gewesen sei. Dedermann glaubt, dass weitere Austritte folgten, zumal die Mitglieder mit der von Bernd Lucke gegründeten Alfa-Partei eine Alternative hätten. Dedermann will „höchstwahrscheinlich“ in die Alfa-Partei eintreten. „Die Schwerpunktsetzung dort gefällt mir gut“, sagt er.

Mit Rainer Rahn, der seine politische Karriere bei den Flughafenausbaugegnern begonnen hatte und zuletzt gegen die Ansiedlung des DFB auf dem Rennbahngelände kämpfte, hat die AfD zumindest einen gestandenen Lokalpolitiker in ihren Reihen. Fraglich ist, ob sich die Partei beim Aufstellen ihrer Liste Unterstützung holt. Denkbar wäre eine Zusammenarbeit mit Wolfgang Hübner, der im Stadtparlament regelmäßig Stimmung gegen linke Gruppen macht und im vergangenen Jahr Pegida-Demonstrationen in Dresden besuchte. Hübners Fraktion, die zuletzt Freie Wähler hieß, firmiert nun wieder unter dem Namen Bürger für Frankfurt. Auch in der AfD war Hübner schon aktiv. Im vorigen Herbst trat er aus. Grund waren ständige Streitigkeiten mit Dedermann.

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