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Frankfurt-Westend Anne-Frank-Ausstellung wird aktualisiert

Die Bildungsstätte Anne Frank plant eine neue Dauerausstellung. Die soll nicht nur das Leben von Anne Frank würdigen, sondern auch einen stärkeren Bezug zur Gegenwart herstellen. Für die Realisierung des neuen Konzepts bittet die Bildungsstätte um Spenden.

11.12.2014 08:22
Martín Steinhagen
Direktor Meron Mendel in der Dauerausstellung. Foto: Michael Schick

Mehr als 100.000 Besucher haben die Ausstellung über Anne Franks Leben in der Bildungsstätte, die ihr gewidmet ist, bereits besucht. 2015 will die Einrichtung eine neue Dauerausstellung mit einem überarbeiteten Konzept realisieren. Kulturminister Boris Rhein (CDU) hat dafür 8000 Euro aus Mitteln des Landes Hessen zugesagt. Den Bewilligungsbescheid überreicht er am Mittwochmorgen persönlich und zeigt sich bei seinem ersten Besuch vor Ort von der Arbeit der Einrichtung beeindruckt.

Die aktuelle Dauerausstellung „Anne Frank. Ein Mädchen aus Deutschland“ wurde im September 2003 eröffnet. Im Schnitt sind täglich zwei Schulklassen dort. Die 100.000 Besucherin hatte Buddy Elias, Anne Franks Cousin, im November persönlich begrüßt. „Damals, bei der Eröffnung war sie auf dem aktuelle Stand“, sagt Direktor Meron Mendel über die multimediale Ausstellung, die über Projektionen, Audiostationen und Computer verfügt. Heute seien Jugendliche manchmal verwirrt, weil sie auf den PCs nicht mit zwei Fingern zoomen oder durch Wischen umblättern könne. Die Zeit, die Ausstellung zu überarbeiten sei gekommen, auch inhaltlich will die Bildungsstätte neue Akzente setzen.

Die überarbeitete Ausstellung soll weniger historisch sein und einen stärkeren Bezug zur Gegenwart haben als bisher, erklärt Mendel Minister Rhein. Um Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus heute soll es dabei gehen, aber auch um Möglichkeiten, dagegen vorzugehen. Anne Frank werde weiterhin eine zentrale Rolle spielen. Eine Kooperation sowohl für die Konzepterarbeitung als auch für die Bewerbung der Ausstellung hat die Einrichtung mit der islamischen Ahmadiyya-Gemeinde vereinbart. „Wir wollen dort verschiedene Blickwinkel unterbringen“, sagt Mendel. Methodisch kann die Bildungsstätte dabei an ihre neue, interaktive Wanderausstellung „Mensch, du hast Rechte“ anknüpfen, die mit einem mobilen Lernlabor derzeit vor allem in Hessen unterwegs ist.

Antisemitismus immer noch ein Problem

Rhein betont bei seinem Besuch mehrfach, wie wichtig die Arbeit der Bildungsstätte sei. Auch die geplante Neuausrichtung überzeugt ihn. Antisemitismus sei immer noch ein großes Problem – egal ob er als Israelkritik daherkomme, wie zuletzt auf Demonstrationen im Sommer, oder als Ressentiment, wie Rhein es „selbst in intellektuellen Kreisen“ immer wieder beobachte.

Mendel schätzt, dass für die Konzeption und Realisierung der neuen Ausstellung rund 500.000 Euro nötig sind. Eine Bewerbung um Geld des Bundesfamilienministerium läuft gerade. Die Stadt Frankfurt hat bereits 70 000 Euro zugesagt. Rhein verspricht, sich im nächsten Jahr auf Landesebene nochmals für einen „nennenswerten Betrag“ einzusetzen. Den Rest will die Einrichtung über Crowdfunding und Spenden einsammeln. Sobald die Finanzierung steht, soll mit der Ausarbeitung des Konzepts der neuen Dauerausstellung begonnen werden. „Im besten Fall können wir während der Sommerferien 2016 umbauen und im Januar 2017 wieder eröffnen“, sagt Mendel.

Spenden für die Bildungsstätte sind an den Verein Anne Frank e.V. bei der Frankfurter Sparkasse möglich. IBAN: DE17 5005 0201 0000 9047 48. Infos unter www.bs-anne-frank.de.

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