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Frankfurt Wenig Autos an der Sandelmühle

Zu dem neuen Wohngebiet im Norden soll es nur eine Zufahrt geben. Die Stadtverordneten beschließen die Bebauung.

Noch liegt das Gelände weitgehend brach. Foto: Andreas Arnold

Eigentlich finden es die Stadtverordneten gut, dass an der Sandelmühle in Heddernheim 250 Wohneinheiten entstehen sollen. So ganz prinzipiell. Doch mit dem Verkehrskonzept für das Gebiet haben sie so ihre Probleme. Im Entwurf des Bebauungsplans, den die Politiker am Donnerstagabend mit großer Mehrheit angenommen haben, ist lediglich eine südliche Zufahrt von der Olof-Palme-Straße aus vorgesehen. „Doch dort ist der Verkehr heute schon drastisch überlastet“, sagte Elke Tafel-Stein (FDP). Eine nördliche Anbindung des Gebiets sei deshalb nötig.

Das sieben Hektar große ehemalige Gewerbegebiet liegt brach, 4,5 Hektar sollen für Wohnungsbau genutzt werden. An der Haltestelle Sandelmühle sollen Geschosswohnungen entstehen, dahinter auch Reihen- und Doppelhäuser und eine Kindertagesstätte. Am Urselbach, der Begrenzung des Areals im Nordosten, will die Stadt dreigeschossige Mehrfamilienhäuser bauen. Die Stadtplaner wollen zudem mit verschiedenen Wohnformen auch verschiedene Bevölkerungsgruppen anlocken; 30 Prozent der Bruttogeschossfläche sind geförderter Wohnungsbau.

Von der Olof-Palme-Straße soll die Verbindungsstraße über die Bahnsteige der Stadtbahn genutzt werden, die bereits zur Straße Sandelmühle führt. In der ursprünglichen Version des Entwurfs war noch eine Zufahrt an der nördlich des Bahnübergangs gelegenen Straße Kaltmühle samt Brücke über den Urselbach enthalten. Diese Zufahrt hätte die FDP gerne wieder eingeplant. „Doch das bringt schlichtweg keine Verbesserung der Situation“, sagte Manuel Stock, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Da diese Zufahrt nicht sinnvoll sei, müssten nun auch nicht „Vögelgehölz und Landschaftsschutzgebiet angetastet werden“.

Doch dass die derzeitige Verkehrssituation an der Kreuzung Kupferhammer, Hessestraße und Olof-Palme-Straße, „einer Verbesserung bedarf“, sagte Nils Kößler (CDU), das hat auch die Koalition erkannt. „Es ist ein Knotenpunkt mit vielen Querungen, an dem es zu Spitzenzeiten zu Rückstaus kommt.“ Das neue Wohngebiet würde die Belastung sicher erhöhen. Deswegen sei die Koalition den Bedenken und Hinweisen aus dem zuständigen Ortsbeirat gefolgt. „Der Magistrat soll eine sinnvolle Lösung für den bestehenden und den zusätzlichen Verkehr finden.“ Das hält auch die SPD für „eine notwendige Korrektur“, sagte Sieghard Pawlik.

In dem entsprechenden Antrag der Koalitionsparteien ist auch die Prüfung einer autoarmen Entwicklung des Gebiets festgehalten. Das hält die FDP „nicht für sinnvoll“, sagte Tafel-Stein. Das Gebiet müsse gut zu erreichen und zu verlassen sein, eine „erzieherische Maßnahme“ bräuchten die Bewohner nicht. Doch dass in einer wachsenden Stadt Anreize für die Nutzung des ÖPNV gegeben werden müssten, das sieht Stock als „die Macht des Faktischen – das ist keine Ideologie“.

Für die Linken ist die Frage nicht geklärt, was mit verschiedenen Wohnformen gemeint ist. „Gemeinschaftliches Wohnen? Genossenschaftliches Wohnen? Studentischer Wohnraum?“, fragte Eyup Yilmaz. Das sei alles nicht vorgesehen.

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