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Frankfurt Stadt empfängt Burschenschaften

Nach der Absage der Treffen bei der IHK gibt es nun Streit um einen geplanten Abend im Römer. Nach der Sommerpause droht ein Streit in der schwarz-grünen Koalition.

Feucht-fröhliches Burschenschaftstreffen, hier in Wiesbaden (Archiv). Foto: FR/R. Hoyer

Bislang war das geplante Treffen der Studentenverbindungen in Frankfurt vor allem ein Problem für die Industrie- und Handelskammer. Nachdem die Kammer den Organisatoren aber abgesagt hat, wird die Veranstaltung nun zum Politikum: FDP und Freie Wähler wollen zumindest am städtischen Empfang für die Verbindungen festhalten, den es ebenfalls am 6. November geben soll. Die CDU wird sich dieser Forderung anschließen, die Grünen zögern. In der schwarz-grünen Koalition im Römer droht nach der Sommerpause daher Streit.

Nachdem die Frankfurter Rundschau berichtet hatte, dass an dem für den 6. November geplanten „10. Deutschen Akademikertag“ und dem Rhein-Main-Kommers am Abend des selben Tages auch rechtsextreme Burschenschaften hätten teilnehmen dürfen, sagte die IHK die beiden Veranstaltungen ab. Sowohl der Akademikertag als auch der Kommers hätten in den Räumen der Kammer am Börsenplatz stattfinden sollen. Wobei die IHK mittlerweile erklärt, für die Veranstaltung am Nachmittag habe es gar keine Reservierung geben.

Zunächst kritisierte die FDP die Ausladung der Verbindungen. Der stellvertretende Kreisvorsitzende, Ordnungsdezernent Volker Stein, machte das „linke Spektrum“ dafür verantwortlich. Es reagiere „in einer Art Pawlow’schem Reflex auf die Aktivitäten und Treffen der korporativ organisierten Studenten“. Fraktionsvorsitzende Annette Rinn forderte Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) auf, „nicht einzuknicken“, sondern die Verbindungen wie geplant zu empfangen.

Ins gleiche Horn stoßen nun die Freien Wähler. In einem Antrag, über den das Stadtparlament im September berät, heißt es, für die Absage der Veranstaltungen bei der IHK müsse die Kammer die Verantwortung tragen. Der zusätzlich geplante Empfang der Stadt aber müsse stattfinden.

Das sieht man auch im Büro der OB so. Sofern sich die Verbindungen in Frankfurt treffen, würden sie von der Stadt empfangen, hieß es am Mittwoch. Und dafür, dass die Korporierten kommen, spricht vieles. Für den Termin suche man nach einem anderen Veranstaltungsort in der Stadt, sagte Gerhard Serges, Sprecher des Convents Deutscher Akademikerverbände, der zum „Akademikertag“ einlädt. Mehrere Referenten hätten schon zugesagt, „deshalb werden wir in Frankfurt bleiben“.

Für die CDU im Römer sagt Fraktionssprecher Joachim Rotberg: „Burschenschaften gehören zum gesellschaftlichen Leben dazu.“ Wenn einzelne Gruppen „nicht auf dem Boden des Grundgesetzes stehen“, müsse man gegen diese vorgehen. „Wir sind aber gegen Pauschalverurteilungen“, so Rotberg. Der städtische Empfang dürfe keinesfalls abgesagt werden.

So klar ist die Sache für den Koalitionspartner nicht. „Die Grünen hegen keine Sympathien für Burschenschaften“, stellte Fraktionschef Olaf Cunitz fest. Dennoch plädiert er nicht eindeutig für eine Absage des Empfangs. Man müsse sich genau ansehen, „wer da kommt, was das für Gruppen sind“. Dann erst wollen die Grünen ein Votum fällen.

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