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Frankfurt Sport Eishockey für Millionen

Nun ist es raus: Der Umbau der Halle am Ratsweg wäre nur für sehr viel Geld zu machen. Eine Studie der Stadtplaner um Albert Speer rechnet das vor.

Alte Halle, junge Spieler. Foto: FR/ Müller

Der Umbau der Eissporthalle zu einer modernen Multifunktionsarena würde mindestens 54 Millionen Euro kosten. Hinzu kämen 14 Millionen für ein Parkhaus und eine Tiefgarage vor der Arena. Diese Zahlen gehen aus einer Machbarkeitsstudie hervor, die das Büro des Stadtplaners Albert Speer am Donnerstagabend im Sportausschuss der Stadtverordneten vorgestellt hat.

Sportdezernent Markus Frank (CDU) hatte das Papier im Sommer in Auftrag gegeben. Kurz zuvor hatte der Eishockey-Erstligist Frankfurt Lions Insolvenz angemeldet. Ein Grund für das wirtschaftliche Scheitern des Vereins war das Fehlen einer großen und modernen Arena in Frankfurt. In der neuen Halle sollen ein Eishockey- und ein Basketballverein spielen können, zudem muss eine Vielzahl von Konzerten und anderen Veranstaltungen möglich sein: Diese Maßgabe mussten Albert Speer und seine Partner berücksichtigen. Im Wesentlichen untersuchten die Planer drei Varianten: Den Umbau der Halle am Ratsweg zu einer Arena, die 10.000 oder – mit Stehplätzen – 12.000 Zuschauer fasst, den Umbau und den Bau einer angrenzenden Trainingshalle für die Sportler und einen Neubau an einem anderen Standort.

Grundsätzlich geht alles

Grundsätzlich wäre jede Variante möglich, sagte Planer Gerhard Brand im Römer. Allerdings ließen sich die hohen Kosten nicht vermeiden. Das Dach der Eissporthalle müsste komplett abgetragen und neu gebaut werden, zudem wäre es erforderlich, neue, sehr steile Ränge einzuziehen. Beim Bau einer zusätzlichen Trainingshalle müsste die Stadt mit etwa 73 Millionen Euro Gesamtkosten rechnen. Ein Neubau an anderer Stelle – der Offenbacher Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) hatte mehrfach das Grenzgebiet am Kaiserlei ins Spiel gebracht – käme in etwa auf die gleiche Summe.

Gerade am Ratsweg könnten sich aber Verkehrsprobleme stellen. Vor der Halle müssten mindestens 2200 Parkplätze entstehen, so die Planer. Das wäre nur mit dem Bau eines dreistöckigen Parkhauses und einer Tiefgarage möglich. Wenn der FSV Frankfurt, der seine Heimspiele am nahen Bornheimer Hang austrägt, zeitgleich zu einer Veranstaltung in der Eissporthalle spielt, reichten auch diese Plätze nicht aus. Zudem könnte dann der Verkehr rund um die Arena und das FSV-Stadion zusammenbrechen. Für die Dippemess, die zweimal im Jahr am Ratsweg stattfindet, wäre bei einem Umbau der Halle kein Platz mehr.

Die Stadtverordneten waren über die hohen Kosten sichtlich irritiert. Elke Tafel-Stein (FDP) sprach von „Monsterzahlen“, Marion Weil-Döpel (SPD) sagte: „Diese Preise sind jenseits von Gut und Böse.“ Mehrere Politiker erklärten, ein Um- oder Neubau komme nur in Frage, wenn sich ein privater Investor beteilige.

Das sieht offenbar auch Frank so. Er sei mit mehreren potenziellen Betreibern einer Multifunktionsarena im Gespräch: „Grundsätzlich gibt es bei einigen das Interesse, eine solche Halle zu bauen.“ Die Gespräche befänden sich aber noch in einem sehr frühen Stadium. Bei der Studie handele es sich „nicht um eine Vorlage des Magistrats“, betonte Frank. Es sei durchaus denkbar, dass ein solches Vorhaben angesichts knapper Kassen keinen Sinn ergebe und nicht weiter verfolgt werde.

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