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Frankfurt-Sossenheim Sorge um Schwerstbehinderte

Weil das Kinderhaus Frank abgerissen und neugebaut wird, verlieren 18 Schwerstbehinderte vorübergehend ihr Zuhause. Der Stadtelternbeirat sorgt sich um das Wohl der Kinder.

Der Stadtelternbeirat kritisiert die vorübergehende Schließung des Kinderhauses Frank. Wie die FR berichtete, übernimmt das Sankt-Vincenz-Stift zum 1. April die Trägerschaft für die Einrichtung am Dunantring. Dort werden zurzeit 18 mehrfach behinderte Kinder stationär betreut. Das Stift plant, das Gebäude am jetzigen Standort abzureißen und neu zu bauen. Dafür muss der Betrieb ausgelagert werden.

Das sei unvorteilhaft, so der Stadtelternbeirat. Denn wegen ihrer Behinderungen seien die Kinder auf ein bekanntes Umfeld angewiesen. Derzeit besuchten sie überwiegend die Viktor-Frankl-Schule, eine Förderschule im Dornbusch. Dort seien die Kinder sehr gut integriert, würden pädagogisch gefördert und medizinisch betreut.

Das Sankt-Vincenz-Stift plant ein zweistöckiges Haus mit Platz für 24 Kinder. Für die Übergangszeit sollen die Bewohner des Kinderhauses in Stiftshäusern in Offenbach und Hofheim unterkommen. Alle bisherigen Mitarbeiter sollen übernommen werden.

Laut Stadtelternbeirat ist bislang unklar, ob es Kinder in die versprochenen Ausweichquartiere umziehen können. Eine Vorabprüfung habe ergeben, dass in den Ersatzeinrichtungen ein Engpass bestehe. Unsicher sei auch, ob die Unterkünfte auf mehrfach schwerstbehinderte Kinder ausgerichtet seien. Der Beirat moniert, dass es den Eltern erst im Januar möglich gewesen sei, die Einrichtungen zu besichtigen.

Der Stadtelternbeirat fordert alle Beteiligten dazu auf, ihre Pläne zu überdenken und den Eltern mehr Zeit zu geben. Zumal noch offen sei, welche Schulen die Kinder besuchen sollen. Da eine Umschulung ein großer Stressfaktor sei, hätten die Eltern Wunsch geäußert, dass die Kinder in der Viktor-Frankl-Schule verbleiben können. Dort verfügen sie über einen Fahrdienst.

Träger sieht sich im Zeitplan

Im Dezember hatte es einen Elternabend im Kinderhaus Frank gegeben. Dabei war auch Ellen Hellwig, deren 15 Jahre alter Sohn seit vier Jahren im Kinderhaus lebt. Sie betont, dass sich die Situation zugespitzt habe: „Das Wohl der Kinder ist äußerst gefährdet.“ So kritisiert Hellwig, dass den Eltern erst auf dem Infoabend mitgeteilt worden sei, dass die Bewohner das Kinderhaus zum 1. April verlassen müssten.

Beim derzeitigen Träger, dem Verein Arbeits- und Erziehungshilfe (VAE), versucht man zu beruhigen. „Wir sind im Zeitplan“, sagt Geschäftsführer Rolf Mayer auf Anfrage. Die Mitarbeiter des Sankt-Vincenz-Stifts arbeiteten derzeit im Kinderhaus mit, um die Bewohner kennenzulernen. Im Februar stünden Einzelgespräche mit den Eltern auf dem Plan. Thema sei die künftige Versorgung. Mayer: „Ich erwarte, dass wir uns mit den Eltern ins Einvernehmen setzen.“

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