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Frankfurt-Schwanheim Sicheren Fußes in der Düne

Die Stadt eröffnet den neuen Holzbohlenweg durch die Schwanheimer Düne. Er schützt in dem Naturschutzgebiet Tier- und Pflanzenarten.

Festes Fundament für Ausflüge: Der neue Bohlenweg ist eröffnet. Foto: Monika Müller

Hell klingt das Kastanienholz unter den Schuhen bei den ersten Schritten. Am Freitagmorgen, zur Eröffnung des neuen Holzbohlenweges durch die Schwanheimer Düne, sind rund 60 Besucher an den nördlichen Eingang des Naturschutzgebietes gekommen. Erst zögernd, dann forsch schreiten sie aus.

Auf einer Länge von 400 Metern hatten Arbeiter seit Anfang September die alten, maroden Bretter aus Eichenholz abgebaut und einen neuen Steg aus Edelkastanie gezimmert. „Man glaubt, die Eiche wird hunderte Jahre alt, das stimmt aber gar nicht“, sagt Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) zur Eröffnung.

Der erste Bohlenweg, der den empfindlichen Sandboden sowie Tier- und Pflanzenarten schützt, war vor 17 Jahren angelegt worden. Der neue solle „hoffentlich 30 Jahre“ halten. Für eine längere Haltbarkeit wurde der Steg mit einer Neigung von einem bis drei Prozent versehen, so dass Wasser besser ablaufen kann. Daneben soll eine Aluminumschiene zwischen Unterbau und Querbohlen für länger Stabilität bringen.

Mit der Bauzeit zeigt sich die Umweltdezernentin zufrieden. Verzögert habe sich der Beginn, weil „die Schwierigkeit war, gutes, abgelegenes Holz zu finden“. Das kommt aus den Karpaten, „leider nicht aus Deutschland“, wie Heilig sagt. 215 000 Euro hat die Sanierung des Bohlenweges gekostet. Infraserv, die Betreiberfirma des Industrieparks Höchst, hat 20 000 Euro dazugegeben.

„Ich bin stolz und glücklich, dass es ein Naturschutzgebiet in der Nähe zu unserem Industriegebiet gibt“, sagt Infraserv-Geschäftsführer Jürgen Vormann. Mitarbeiter würden hier ihre Mittagspause verbringen. Auch Brigitte Bandlow, von der Bürgerinitiative „Schwanheim Goldstein bewegt sich“, findet den neuen Weg „gelungen“. „Es läuft sich sehr schön“, sagt die 68-Jährige. Zu bemängeln habe sie nur, „dass es keinen Rand gibt“. Mit Holzleisten links und rechts des Weges könnten Kinderwägen und Rollatoren vorm Abrutschen bewahrt werden.

„Wir haben uns bei der Gestaltung an Wegen an Nord- und Ostsee orientiert“, sagt Thomas Hartmannshenn, Leiter der Projektgruppe Grüngürtel beim Umweltamt der Stadt. Dort gebe es links und rechts des Weges auch keine Befestigungen. An Stellen, an denen der Steg mehr als 30 Zentimeter über dem Boden verlaufe, gebe es aber Geländer.

Es sei wichtig, „Natur ohne Zäune erlebbar zu machen“, sagt Hartmannshenn. Ähnlich sieht das Andreas Malten. Mit Fernglas um den Hals ist der Mitarbeiter des Senckenberg-Instituts gekommen. „Die Düne ist ein bedeutendes Naturschutzgebiet mit vielen seltenen Insektenarten, von Wanzen über Käfer bis Heuschrecken“, sagt der 61-Jährige. Auch viele Spinnenarten würden in den „vegetationsarmen Sandflächen“ leben. Der alte Steg sei „morsch und lückenhaft“ gewesen, so dass Besucher auf die „empfindliche Vegetation“ neben dem Weg getreten seien.

Mit dem 25-jährigen Bestehen des Grüngürtels müssten weitere Stationen saniert werden, sagt Grüngürtel-Projektleiter Hartmannshenn. Als nächstes soll das Grüne Soße-Denkmal in Oberrad für 65 000 Euro erneuert werden.

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