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Frankfurt-Schwanheim Auwald am Mainufer

20.000 Bäume und 4500 Sträucher sollen am Schwanheimer Ufer gepflanzt werden. Der dadurch entstehende Auwald soll ein Ausgleich für Grünflächen sein, die durch den Bau des Riederwaldtunnels wegfallen.

Noch mehr Bäume bekommt das Ufer bei Goldstein. Foto: Christoph Boeckheler

Die hessische Straßenbaubehörde, die sonst fürs Asphaltieren zuständig ist, wird zum Landschaftsgärtner. Als Ersatz für die Grünflächen, die im Riederwald beim Bau des Riederwaldtunnels, samt Autobahndreiecks Erlenbruch und Anschlussstelle Borsigallee wegfallen, setzt Hessen Mobil 20.000 Bäumen und 4500 Sträucher am Schwanheimer Ufer.

Ein Auwald entstehe, eingerahmt von der Staustufe Griesheim, der vierspurigen Straße Schwanheimer Ufer (Kreisstraße K 807 ) und der Autobahn A 5. Die Fläche ist 7,85 Hektar groß, das entspricht elf Fußballfeldern.

Jetzt sind dort Wiesen und Äcker, auf denen die Schwanheimer ihre Hunde ausführen, und ein Weg für Fußgänger und Radler, vielgenutzt, um nach Höchst zu kommen.

Im Winter, noch vor dem Frost, werde ein Teil der Bäume und Büsche gepflanzt. Nach dem der nicht mehr genutzte Brunnen zurückgebaut worden sei, würden die verbleibenden Bäume gepflanzt, wieder vor dem Frost, im Winter des kommenden Jahres. Die Behörde teilte mit: „Diese Maßnahme ist über einen Planfeststellungsbeschluss von 2007 rechtskräftig.“

Main kann sich ausbreiten

Denn das europäische und deutsche Naturschutzrecht verpflichtet Hessen Mobil, jeden Eingriff in die Natur grundsätzlich zu vermeiden. Und wenn es gar nicht anders geht, wie beim planfestgestellten Riederwaldtunnelbau, zumindest die zubetonierten Grünflächen auszugleichen.

Also ein Auwald. Dort kann sich der Main, wenn er über die Ufer tritt, so richtig ausbreiten. Das freut Tiere und Pflanzen. In Auen wohnen vielleicht keine Elfen, dafür zählen sie zu den artenreichsten Lebensorten überhaupt.

Am Schwanheimer Ufer seien Winterlinde und Esche heimisch, langsam wachsende Harthölzer, die gut mit Überschwemmungen zurecht kämen. Hessen Mobil will die heimischen Hölzer in einer typischen „Waldgesellschaft“ ansiedeln", als Eichen-Ulmen-Eschen-Auwald. „Dieser ist das Ziel der anstehenden Kompensationsmaßnahme.“ Dass der Frankfurter Osten durch den Autobahnbau „Grün verliert und am anderen Ende der Stadt ein Auwald entsteht“, kritisierte Rainer Frey, Sprecher der Bürgerinitiative Riederwald. „Den Ausgleich hätte Hessen Mobil im Riederwald pflanzen müssen.“

Während Hessen Mobil mitteilte, das Betonieren am Autobahndreieck Erlenbruch komme „gut voran“, sprach Frey von „Verzögerungen im Bauablauf“. „Diese könnte Hessen Mobil dazu nutzen, um beim Schutz vor Lärm und Abgas nachzubessern.“ Auch die Stadt sieht Frey in der Pflicht, sich stärker für die Schüler der Pestalozzischule einzusetzen. Die seien immerhin bis zum Jahr 2022, der geplanten Eröffnung des Riederwaldtunnels, von Baulärm betroffen.

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