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Frankfurt Römer Jutta Ditfurth sorgt für Eklat

Bei der Enthüllung einer Gedenktafel an den Auschwitz-Prozess sorgt Jutta Ditfurth für einen Eklat. Sie überklebt auf einer Tafel der Frankfurter Ehrenbürger den Namen von Hermann-Josef Abs. Ihre Begründung: Der frühere Chef der Deutschen Bank sei in Nazi-Verbrechen verstrickt gewesen.

Jutta Ditfurth provoziert. Foto: dapd

Im Plenarsaal des Römers erinnert seit Donnerstag eine Gedenktafel an den Auschwitz-Prozess, der am 20. Dezember 1963 in dem Saal begann. Die Stadtverordnetenversammlung hatte im Juli einstimmig beschlossen, eine Tafel anzubringen.

Zur Enthüllung waren Salomon Korn, Vizepräsident des Zentralrats der Juden, und Raphael Gross, Direktor des Fritz-Bauer-Instituts, gekommen. Gross würdigte die Rolle des hessischen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer. Er habe als Chefankläger die Aufklärung der in Auschwitz begangenen Verbrechen durchgesetzt, obwohl weite Teile der Gesellschaft versucht hätten, ihn daran zu hindern.

Klebestreifen wieder entfernt

„Zukünftige Generationen müssen daran erinnert werden, was geschehen ist“, sagte Stadtverordnetenvorsteherin Bernadette Weyland (CDU).

Für einen Eklat im Plenarsaal sorgte Jutta Ditfurth (Ökolinx). Sie überklebte auf der Tafel der Frankfurter Ehrenbürger, die in der Nähe der Gedenktafel hängt, den Namen von Hermann-Josef Abs. Der frühere Chef der Deutschen Bank sei in die Verbrechen der Nationalsozialisten verstrickt gewesen. Deshalb dürfe in einem Saal, in dem Fritz Bauer gewürdigt wird, nicht an Abs erinnert werden.

Nachdem Ditfurth eine Erklärung vorgelesen hatte, wurde der Klebstreifen entfernt.

Auf ihrer Facebook-Seite schreibt Ditfurth: "Abs war Chefbankier der Nazis und mitverantwortlich für Krieg, KZ, Massenmord, Raub und Versklavung. Max Horkheimer und Fritz Bauer sollen durch die Nähe zu seinem Namen nicht beleidigt werden." Der erste Klebestreifen sei ihr sofort vom, wie sie schreibt, "rechtsextremen Stadtverordneten" Wolfgang Hübner (Freie Wähler/AfD) abgerissen worden. "Die einzigen Stadtverordneten, die meine Aktion guthießen, waren die der Linke-Fraktion- und eine Stadtverordnete der Grünen. Aus der CDU brüllte es: 'Rauswerfen! Rauswerfen'", schreibt sie.

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