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Frankfurt-Rödelheim Unterkunft für 500 Flüchtlinge

Im Frankfurter Stadtteil Rödelheim entsteht eine neue Flüchtlingsunterkunft für 500 Menschen. Bis zum Sommer sollen die Gebäude auf dem Firmengelände In der Au 2-14 entsprechend umgebaut werden.

Das Gelände der Firma Ambrosius wird umgebaut. Foto: Alex Kraus

Bis zum Sommer entsteht in Rödelheim eine Flüchtlingsunterkunft für 500 Menschen. In drei Schritten will die Stadt das Firmengelände In der Au 2-14 entwickeln. Das berichtete Manuela Skotnik, Referentin von Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU), als sie das Vorhaben am Dienstagabend im Ortsbeirat 7 dem Gremium und gut 100 Zuhörern vorstellte.

Zugleich versicherte Skotnik, dass die Stadt dieses Projekt begleiten und betreuen werde. Eine Unterkunft in der Größenordnung und für so einen langen Zeitraum von bis zu zwei Jahren sei für Frankfurt Neuland. Doch die aktuellen Flüchtlingszahlen lassen keine andere Wahl. Um die 10 000 Flüchtlinge müsse Frankfurt voraussichtlich in 2016 aufnehmen. Mit Unterkünften für 100 Bewohner „stößt man schnell an seine Grenzen, auch personell bei der Suche nach Sozialarbeitern und Sicherheitsdiensten“, sagte Skotnik. „Bisher haben wir das in Frankfurt aber gut geschafft“, betonte die Referentin.

Wie das Areal an der Au entwickelt wird, erläuterte der Geschäftsführer der „Sahle Wohnen“, Markus Hagedorn. Das Unternehmen hatte das Grundstück 2014 gekauft, um dort Wohnungen zu bauen. Allerdings sieht der Bebauungsplan dort nur gewerbliche Flächen vor. Da die „Sahle Wohnen“ bereits ein ähnliches Projekt in Köln realisiert hat, schlug sie der Stadt Frankfurt vor, das Areal in Rödelheim für eine Flüchtlingsunterkunft zu nutzen.

Die bestehenden Gebäude auf dem 18 000 Quadratmeter großen Grundstück werden nun sukzessive umgebaut. In einem kleineren Haus an der Einfahrt zur Straße „In der Au“ entstehen zunächst drei Wohneinheiten für jeweils acht Personen, die im März einziehen sollen. Im zweiten Schritt wird eine L-förmige Halle für 274 Menschen hergerichtet. Kleinere, nach oben offene Raumparzellen für acht bis zehn Bewohner sollen etwas Privatsphäre ermöglichen. Hinzu kommen eine „zentrale Speisung“, sanitäre Anlagen und Duschen. Im dritten Quartal folgt eine weitere Halle mit Wohneinheiten für 200 Menschen.

"Ängste abbauen"

Nach der Vorstellung machten sich die Bürger überwiegend Gedanken über die Form der Unterbringung und sprachen von „Massenunterkunft“ und „Kasernierung“. Da es sich bei den künftigen Bewohnern um zugewiesene Flüchtlinge im Asylverfahren handelt, die dort bis zu zwei Jahre leben sollen, „müssen sie selbst kochen können“, sagte eine Bürgerin. Entscheidend für die Integration sei zudem der Erwerb der deutschen Sprache. Lobenswert sei die freiwillige Leistung der Stadt Frankfurt, den Flüchtlingen 200 Deutschstunden an der Volkshochschule zu finanzieren.

Ein weiterer integrierender Faktor seien Begegnungen, betonte Torsten Schulte von der Initiative „Willkommen in Rödelheim“ (WIR), die Flüchtlinge aus der Unterkunft „Hotel am Seegewann“ begleitet. Auf Zuspruch stieß die Idee eines Zuhörers, Patenschaften zu übernehmen: „Ängste bestehen auf beiden Seiten. Durch den persönlichen Kontakt kann man diese abbauen.“ Rödelheims Quartiersmanagerin Heike Hecker appellierte an die Stadt, rechtzeitig für ausreichende Betreuungs- und Schulplätze im Viertel zu sorgen, „damit es später keinen Kampf um den letzten Kindergartenplatz gibt“. Auch Barbara Neif vom Rödelheimer Vereinsring befürchtet Engpässe an den Schulen im Stadtteil.

Beifall erhielt ein junger Mann, der von seinen Erfahrungen als Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes in einem Würzburger Flüchtlingsheim berichtete: „Entscheidend für das Miteinander ist, wie das Umfeld mit den Flüchtlingen umgeht. 500 weitere Menschen in Rödelheim – da müssen wir uns keine Gedanken machen.“

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