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Frankfurt-Rödelheim Tradition mit sanften Rhythmen

Der Vereinsring begeht seit drei Jahren wieder erfolgreich seinen beliebten Jazzfrühschoppen

Joske Kruijssen huldigt dem Jazz und Swing. Foto: Michael Schick

Ein sanfter Rhythmus dringt vom Niddaufer über die Wiesen und durch die umliegenden Straßen. Swing und Jazz erklingt im Garten des örtlichen Vereinsringhauses. Ein paar Sonnenstrahlen verirren sich dorthin, sehr viel mehr Besucher sind da. Im Schutz einer großen Eiche am Ende des Gartens hat die Band „Five Pieces“ gerade das Lied „The Girl From Ipanema“ angestimmt. Die meisten Gäste unterbrechen ihre Gespräche und lauschen jetzt aufmerksam der Stimme von Sängerin Joske Kruijssen.

„Eine ganz besondere Atmosphäre ist das“, beschreibt Claus David die Szene. Seit drei Jahren veranstaltet das Vorstandsmitglied des Vereinsrings nach einer langer Pause wieder den Jazzfrühschoppen am Niddaufer. Die Musikveranstaltung fand zum letzten Mal Ende der 1990er Jahre in Rödelheim statt. Nur ein Grund für David, das musikalische Beisammensein wieder in das Programm des Vereins aufzunehmen: „Ich hatte einfach mal wieder Lust auf guten Jazz“, erklärt der Rentner.

Jeden vierten Sonntag im Monat besucht eine Band den Stadtteil. Sonja Matthies ist zum ersten Mal bei dem morgendlichen Event dabei und genießt die Stimmung. „Ich habe schon als Kind die alten Platten von meinem Vater gehört, und da war viel Jazz dabei. Das hab ich schon damals geliebt“, sagt die Bad Homburgerin.

Bis zu vierzig Besucher kommen zu den Konzerten. Statt Eintritt zu verlangen, geben die Veranstalter einen Zylinder herum. Da kann jeder eine Geldspende hineinwerfen. „Wir sind sehr froh, dass so viele Bands bei uns auftreten ohne vorher zu wissen, was am Ende dabei rumkommt“, sagt Claus David.

Die Jazzszene sei in Frankfurt gut verknüpft. Vor allem, weil sie in den vergangenen Jahren immer kleiner geworden sei. „Unser Publikum ist mit uns gealtert und die junge Generation ist nicht mehr so sehr an Jazz interessiert“, ergänzt Sängerin Joske Kruijssen.

Die Zeiten, in denen Frankfurt als die Jazzstadt galt seien vorbei. Die Freude, die man den Menschen mit der Musik mache, bleibe erhalten, so Kruijssen. Die gebürtige Holländerin tritt seit 15 Jahren mit den „Five Pieces“ auf, die zehn Jahre zuvor vom Frankfurter Jazztrompeter, Komponist und Arrangeur Werner Rehm ins Leben gerufen wurde.

Wie eng die Bands aus Frankfurt und Umgebung miteinander verknüpft sind, zeigt sich deutlich. Für den erkrankten Saxophonist springt der bekannte Jazzmusiker Dietrich Geldern ein. Beim nächsten Jazzfrühshoppen am 28. September um 11 Uhr ist er dann auch ganz offiziell mit seiner Band zu Gast.

www.roedelheimer-vereinsring.de

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