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Frankfurt-Rödelheim Mehr Rücksicht an der Nidda

Schüler der Michael-Ende-Schule setzen sich für Verkehrssicherheit auf den Niddauferwegen ein. Im vergangenen Sommer haben sich Bürger über das rücksichtslose und gefährliche Verhalten von Radfahrern beschwert.

Schüler verteilen an der Nidda selbstgestaltete Flyer. Sie wollen besonders Radfahrer sensibilisieren. Foto: Rolf Oeser

Nur den Wind spürten die Kinder noch, als wieder ein Fahrradfahrer mit hohem Tempo an ihnen vorbeiraste. Zusammen mit einigen Erwachsenen kamen sie gestern Nachmittag an die Brücke zur Niddainsel in Rödelheim, um bunte Flyer zu verteilen und um für ein Miteinander aller Verkehrsteilnehmer entlang der Niddauferwege zu werben.

Keines Blickes würdigte der sportliche Pedalist die Gruppe. Und da in seinen Ohren Kopfhörer steckten, hörte er die höfliche Bitte von Ouissal, doch mal stehen zu bleiben, wohl auch nicht. Gemeinsam mit ihren Klassenkameraden aus der 4 d der Rödelheimer Michael-Ende-Schule (MES) hatte die Neunjährige sich in den vergangenen Wochen mit der Verkehrssicherheit auf den vor allem während des Sommers von stark frequentierten Uferwegen befasst.

Die Initiative hierzu stammte vom Ortsbeirat 7. Nachdem sich im vergangenen Sommer Bürger über das rücksichtslose und gefährliche Verhalten von Radfahrern beschwert hatten, beschlossen die Fraktionen zu handeln. Partner des Ortsbeirats wurde die MES. 17 Bilder mit unterschiedlichsten Situationen und Slogans malten die Viertklässler zu dem Thema – das auch sie selbst betrifft.

Radler fährt Schwester um

„Vor kurzem war ich mit meinem Papa und meiner kleinen Schwester an der Nidda unterwegs. Auf einmal kam ein Radfahrer und hat meine Schwester umgefahren. Mein Papa ist hinterher. Aber er hat ihn nicht mehr eingeholt“, erzählt Miklos (10). Sein Klassenkamerad Janne (10) berichtet: „Einmal ist ein Fahrradfahrer voll Speed auf mich zugekommen. Ich bin nach rechts ausgewichen. Dann hat der Fahrradfahrer mich angebrüllt, ich soll ihm aus dem Weg gehen.“

Auch deshalb fanden die Schüler die Aktion vom Stadtteilgremium richtig. „Es ist gut, dass wir helfen können, darauf hinzuweisen, mehr Rücksicht aufeinander zu nehmen“, meinte Ouissal.

„Die Schüler haben sich super eingebracht, tolle Bilder gemalt und sich sehr gute Sprüche überlegt. Beeindruckt hat mich vor allem ihr Verantwortungsgefühl und Umweltbewusstsein“, lobte Alexander Zollmann (CDU), der die Aktion vorangetrieben hat. Auf ihren Plakaten fordern die Kinder nebst mehr Aufmerksamkeit von Radfahrern auch, Hunde künftig anzuleinen, die Wege nicht zuzumüllen und auf spielende Kinder zu achten. Die Bilder wurden für den Flyer als Collage zusammengefügt. Zwei Motive – von Roberta und Karla – wurden für ein großes Plakat ausgewählt, von denen 20 entlang der Nidda im Ortsbezirk 7 hängen.

Manche Fußgänger und Radfahrer erreichten die Kinder direkt bei der gestrigen Verteilaktion. Einige blieben stehen, hörten sich das Anliegen an und nahmen Flyer mit. „Das ist eine gute Aktion, um für mehr Rücksichtnahme zu werben“, sagte ein 51-jähriger Passant. Eine Radfahrerin lobte anerkennend: „Das habt Ihr toll gemacht. Und schön, dass Ihr Euch dafür einsetzt.“

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