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Frankfurt-Rödelheim Der Kinderbeauftragte

Rolf Rieckmann setzt sich als neuer Kinderbeauftragter in Rödelheim für Hauptschüler und Flüchtlingskinder ein. Er ist in dem Stadtteil kein Unbekannter.

Rolf Rieckmann auf dem Spielplatz Marquardstraße. Foto: Christoph Boeckheler

Rolf Rieckmann ist kein Mann der vielen Worte. Er packt lieber an. Schon in seiner Jugend auf dem Land bei Buxtehude engagiert er sich ehrenamtlich. Jetzt hat der 58-Jährige eine neue Aufgabe übernommen: Rieckmann ist Kinderbeauftragter in Rödelheim. Einige Jahre war der Posten vakant, ehe der Ortsbeirats 7 ihn im Sommer ansprach. Er bat sich ein wenig Bedenkzeit aus und sagte zu. „Meine Töchter sind jetzt 17 und 23 Jahre alt. Die brauchen mich nicht mehr so viel. Also habe ich mich überzeugen lassen“, sagt der kaufmännische Angestellte.

Rolf Rieckmann setzt sich seit Jahren für die Belange von Kindern und Jugendlichen im Stadtteil ein. Er war lange Zeit Elternbeirat an der Michael-Ende-Schule, Mitglied im Stadtelternbeirat sowie im Gesamtelternbeirat der Stadt Frankfurt und ein Jahr lang dessen Vorsitzender. „Mir liegen vor allem die Real- und Hauptschüler am Herzen. Die Gesellschaft muss auch ihnen eine Chance geben.“ Als Elternvertreter war Rieckmann umtriebig, so will er auch das Amt als Kinderbeauftragter ausfüllen und hat auch direkt begonnen, einiges umzusetzen.

Noteingang für Kinder

Rieckmann wirbt etwa für das Projekt „Noteingang – Hier finden Kinder Hilfe“. Dieses 2008 vom Präventionsrat der Stadt Frankfurt mit der Polizei entwickelte Konzept zeigt Kindern in Not Anlaufstellen an Kindergarten- und Schulwegen. Mittlerweile gibt es 1091 Noteingänge in 30 Stadtteilen – aber noch keinen in Rödelheim. Rieckmann hat zusammen mit Robert Staffetius von der Arbeitsgemeinschaft Rödelheimer Geschäftsleute das Projekt dem Ortsbeirat vorgestellt. Gesucht werden Geschäftsleute, die sich den auffälligen gelben Aufkleber an die Ladentür kleben, um Kindern eine sichere Anlaufstelle zu bieten. Zugleich möchten sie das Projekt in den Kinder- und Jugendeinrichtungen, Schulen, Kitas und Kirchengemeinden bekannter machen. „Mein Ziel ist, dass wir in Rödelheim den 1111. Noteingang schaffen. Das wird dann nämlich gefeiert“, sagt Rieckmann.

Kummerkästen an Schulen

In den Schulen hat er sich zudem bereits als Ansprechpartner vorgestellt. In der Michael-Ende-Schule hat er sich für einen Kummerkasten eingesetzt. In diesen Briefkasten können Kinder – auch anonym – ihre Ideen für Spielplatzgestaltungen einwerfen oder mitteilen, wenn ein Gerät defekt ist. Sie können aber auch auf Probleme mit den Eltern hinweisen. „An der Michael-Ende-Schule hat der Elternbeirat den Eltern die Neuigkeit kommuniziert. Die Brentanoschule ist noch zurückhaltender.“

Um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie will der 58-Jährige sich ebenfalls kümmern. „Es ist nun mal so, dass heute beide Elternteile berufstätig sind, weil sonst auch oft das Einkommen nicht ausreicht.“ Wie sich Betreuungseinrichtungen auf entsprechende Bedarfe einstellen müssen, ist daher auch für den Kinderbeauftragten ein Thema.

Ohnehin gibt es viel zu tun im Stadtteil. Es gilt Flüchtlingskinder zu integrieren und Schulwege zu sichern. „Zum Teil verkommen die Gehwege zu Müllhalden. Da muss etwas passieren.“ Dann wäre da noch der Spielplatz im Solmspark, der im Moment ein unattraktives Schattendasein fristet. Den will reaktivieren und aufpeppen.

Eine Vision hat Rolf Rieckmann auch noch, wie er sagt. Ein großes Kinderfest in Rödelheim, an dem sich so viele Einrichtungen wie möglich beteiligen und bei dem Kinder ihre Ideen zur Gestaltung einbringen sollen. Gemeinsam mit dem Arbeitskreis Kinder- und Jugendarbeit möchte er ein Konzept dafür erarbeiten. Ein erstes Treffen sei bereits geplant.

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