Lade Inhalte...

Frankfurt-Rödelheim Busdepot soll nach Rödelheim

Der britische Investor Segro kauft das ehemalige US-Gelände an der Gaugrafenstraße. Der Ortsbeirat 7 ärgert sich, dass er davon erst aus der Presse erfährt.

US-Brache in Rödelheim
Öde Brache: Hier sollen mal ganz viele Busse in Bereitschaft stehen. Foto: Christoph Boeckheler

Die Gebäude auf dem Gelände des einstigen US-Depots an der Rödelheimer Gaugrafenstraße/Eschborner Landstraße werden derzeit zusehends dem Erdboden gleichgemacht. Abrissbagger rücken den ehemals militärisch genutzten Wartungs-, Inspektions- und Lagerhallen sowie Bürobauten zu Leibe. 2008 hatten die US-Streitkräfte das Areal verlassen. Seither wurde es nicht mehr genutzt.

Erst im vergangenen Jahr konnte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima)  einen Käufer für das 15 Hektar große Gelände finden. Auf einem Teilstück soll in wenigen Jahren der derzeit noch am Römerhof beheimatete Betriebshof von „In der City Bus“ (ICB) angesiedelt werden, bestätigt Mark Gellert, Referent von Planungsdezernent Mike Josef (SPD): „Wir haben hierüber mit dem Investor Gespräche geführt.“ Der Investor ist der britische Industrieimmobilienkonzern Segro. Demnach sei die Ansiedlung des Depots „grundsätzlich möglich“.

Der ICB-Betriebshof am Römerhof am südlichen Ende Bockenheims muss nämlich in den nächsten Jahren Platz machen für ein neues Quartier mit gut 2000 Wohnungen. Bevor Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), Planungsdezernent Josef und ABG-Chef Frank Junker Ende März die Pläne für das neue Wohnviertel der Öffentlichkeit vorstellen konnten, war unter anderem die Frage zu klären, wohin der ICB-Betriebshof verlagert werden könne. Die ICB ist eine Konzernschwester der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) und benötigt für das Depot eine Fläche von etwa 46 000 Quadratmetern für zirka 200 Busse. Erst nachdem sowohl Investor Segro als auch die VGF ihre Zustimmung für eine Verlagerung des Betriebshofs an die Gaugrafenstraße signalisiert hätten, so Gellert, hätten die städtischen Vertreter ihre Pläne für das Römerhof-Areal präsentiert.

Der Ortsbeirat 7 zeigte sich indes „not amused“, von den Plänen, die auch Rödelheim tangieren, erst aus der Presse erfahren zu haben und nicht vorab über interne städtische Kanäle. „Für uns ist das ein übliches Verfahren. Öffentlichkeit, Stadtverordnetenversammlung und Ortsbeiräte haben zeitgleich von dem Vorhaben erfahren. Das heißt, die Stadtverordneten und auch der Ortsbeirat 2, der von dem neuen Wohnquartier noch mehr betroffen ist als der Ortsbeirat 7, haben von den Plänen auch nichts vorher gewusst“, betont Mark Gellert.

Gedanken macht sich der Ortsbeirat 7 allerdings über eine zusätzliche Verkehrsbelastung durch das neue Busdepot. Schon heute ist das Gebiet rund um die Westerbachstraße in Richtung Eschborn und Autobahn 648 vor allem während des Berufsverkehrs stark belastet. Auf den Autobahnauf- und -abfahrten bilden sich da lange Rückstaus. „Hier gibt es noch einige Punkte zu klären, auch die Frage einer Verkehrsuntersuchung. Wir sind mit der Planung noch ganz am Anfang. Es ist aber auch so, dass diese Busse nicht zu den üblichen Stoßzeiten unterwegs sein werden, sondern entweder sehr früh oder sehr spät“, erläutert Sprecher Mark Gellert.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen