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Frankfurt-Rödelheim Bürger wollen Flüchtlingen helfen

Auf dem Gelände der Firma Ambrosius sollen bis zum Sommer bis zu 400 Flüchtlinge untergebracht werden. Mitarbeiter der Johanniter erläutern den Anwohnern, wie der Ort aussehen soll.

Der leere Hallentrakt soll zur Unterkunft für 275 männliche Flüchtlinge werden. Foto: Peter Jülich

Auf dem ehemaligen Gelände der Firma Ambrosius In der Au 2 bis 14 laufen die Bauarbeiten. Schon im März sollen die ersten Flüchtlinge dort untergebracht werden. Wie der Ort im Sommer aussehen soll, wenn bis zu 400 Menschen auf dem Gelände wohnen, haben Mitarbeiter der Johanniter am Freitag bei einem Rundgang erläutert.

Rund 40 Bürger waren gekommen – um sich einen Eindruck von der Unterkunft zu verschaffen, Fragen zu stellen oder ihre Hilfe anzubieten. Oliver Pitsch, Regionalvorstand der Johanniter, stellte die Pläne im Detail vor. Die ersten Flüchtlinge werden besonders schutzbedürftige Frauen sein, Schwangere etwa. Sie sollen in dem dreistöckige Gebäude an der Einfahrt zum Gelände wohnen. Wieso gerade in diesem Gebäude die Menschen wohnen sollen, die besonders schutzbedürftig sind, wollte eine Frau wissen. Dieses könne schließlich von der Straße aus mit Molotowcocktails beworfen werden.

„Wir haben in Frankfurt nach wie vor nicht das Klima, bei dem wir das erwarten“, antwortete Manuela Skotnik, Sprecherin von Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) auf diese Befürchtung. Auch Pitsch betonte, er vertraue darauf, dass so etwas in Frankfurt nicht passiere. Außerdem befinde sich der Sicherheitsdienst für die Liegenschaft direkt daneben, und eine Polizeistation sei auch nicht weit entfernt, beschwichtigte Pitsch. 24 Frauen sollen in dem Gebäude wohnen.

Ein Raum für jede Familie

Im Mai sollen dann weitere 100 Menschen auf das Gelände ziehen. Familien werden es sein, berichtete Pitsch. Jeder Familie werde ein Raum zugewiesen. Zu den Raumgrößen sagte Skotnik, dass für jeden Bewohner mindestens sechs Quadratmeter vorgesehen seien. Hinzu kämen die Gemeinschaftsräume. Auch Begegnungsräume werde es geben; dort könnten die Bewohner Menschen aus dem Stadtteil treffen.

Im Juni soll dann der große Hallentrakt auf dem Areal umgebaut sein – zur Unterkunft für bis zu 275 Männer. Der Hallentrakt werde dafür in fünf Bereiche aufgeteilt, so Pitsch. Erwartet würden in der Mehrzahl Männer im Alter zwischen 18 und 35 Jahren.

Zur Besichtigung der Halle gekommen war auch Veljko Vuksanovic (CDU), Ortsvorsteher des Ortsbeirates 7. „Die Menschen in Rödelheim sind positiv gegenüber Flüchtlingen eingestellt“, sagte er. Es sei vertretbar, 400 Menschen auf dem Gelände unterzubringen.

Die Unterkunft sei zu groß, meinte hingegen ein anderer Teilnehmer des Rundgangs. So viele Menschen seien „nicht integrierbar“, betonte er noch, bevor er eilig das Gelände verließ.

Andere Anwohner waren am Ende zufrieden, Doris Führer beispielsweise. Die Veranstaltung habe ihr die Angst genommen - Angst davor, dass zu viele Menschen die Flüchtlinge ablehnen könnten. Sobald die Menschen auf das Gelände gezogen seien, werde sie ihnen Deutschkurse anbieten, kündigte sie an.

Die Initiativen „Stadtteil gegen Rassismus“ und „Willkommen in Rödelheim“ wollen sich am Montag, 29. Februar, um 19.30 Uhr in der Cyriakusgemeinde, Alexanderstraße 37, zum Erfahrungsaustausch treffen. Eingeladen sind alle Rödelheimer Bürger.

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