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Frankfurt-Riedberg Keine Bücherei für den Riedberg

Der Riedberg wird weder eine Stadtteilbibliothek noch ein Bürgerhaus bekommen. Um den Bedarf an Büchern zu decken, soll die Fahrbibliothek eine zweite Haltestelle erhalten, ist aus dem Bildungsdezernat zu hören. Außerdem werde in jedem Schulneubau eine Bücherei eingeplant.

Auf dem Riedberg werden die Stadtteilbewohner nicht in einer eigenen Bibliothek stöbern können. Foto: Christoph Boeckheler

Der Riedberg bekommt keine eigene Stadtteilbibliothek. Das hat der Sprecher der HA Stadtentwicklungsgesellschaft (Haseg) in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates 12 klargestellt. „Es wird kein Bürgerhaus und keine Bibliothek geben“, sagt Wilfried Körner. Er verweist auf das Nordwestzentrum. Dort gebe es die nächstgelegene Bibliothek, die mit der U-Bahn zudem gut zu erreichen sei. Der Stadtteilarbeitskreis Riedberg bemängelt das als unzureichend. Der Zusammenschluss von mehr als 30 Vereinen und Institutionen vermisst vor allem Versammlungsräume. Ein Bürgerhaus hatte zuvor schon Ortsvorsteherin Carolin Friedrich (CDU) als nicht realisierbar bezeichnet (die FR berichtete).

Im Bildungsdezernat kann man den Wunsch nach einem eigenen Bücherei-Standort zwar nachvollziehen. „Das wird oft bemängelt“, berichtet Sara von Jan. Die persönliche Referentin von Stadträtin Sarah Sorge (Grüne) sieht das Problem aber darin begründet, dass der ehemalige Planungsdezernent Martin Wentz keine Bibliothek im Blick hatte. Der SPD-Politiker hatte in den 90er Jahren den Grundsatzbeschluss für die Bebauung des Riedbergs herbeigeführt.

Die Stadt versuche trotzdem, den Bedarf nach Büchern zu decken. „Wir haben bei jedem Schulneubau eine Bibliothek eingeplant“, sagt von Jan. So gibt es derzeit in beiden Riedberger Grundschulen in den Quartieren Schöne Aussicht und Westflügel sowie im Gymnasium (Quartier Mitte) Lesefutter für Schüler.

Nach dem Willen der Kinderbeauftragten sollen die Schulbibliotheken ihr Angebot ausweiten. „Das wäre eine Möglichkeit“, sagt Manuela Roll. Denn: „Ohne Alternativen geht es nicht.“ Für die Zehn- bis 13-Jährigen bringt sie ein Teenie-Café ins Gespräch – mit einem angeschlossenen Raum für eine Bibliothek.

„Solitär“ als Alternative

Auf dem Riedberg gibt es ansonsten nur die Fahrbibliothek. Der Bücherbus hält jeden Dienstag von 13.30 bis 14.45 Uhr in der Straße Am Bonifatiusbrunnen. Nach Auskunft des Bildungsdezernates soll er seinen Betrieb ausweiten. Geplant ist, dass es von 2016 an eine zweite Haltestelle in Frankfurts jüngstem Stadtteil gibt. „Der Fahrplan wird in der zweiten Jahreshälfte überarbeitet“, sagt Referentin von Jan.

Bibliothek und Bürgerhaus wünscht sich der Stadtteilarbeitskreis. Darüber hat er den Ortsbeirat am Freitagabend in Kenntnis gesetzt. Auf dem Riedberg mangele es an temporär mietbaren Räumen, sagt Arbeitskreis-Mitglied Franz Biebl. Haseg-Sprecher Körner signalisiert Gesprächsbereitschaft, um Lösungen zu finden. Er betont aber auch, dass man „keine großen Bauprojekte vorantreiben“ werde.

Den „Solitär“ auf dem Riedbergplatz als möglichen Standort für Vereine bringt Matthias Jakob (SPD) ins Gespräch. Die katholische St. Laurentius-Gemeinde hat dort Räume angemietet – jedoch nur noch bis Sommer. Dann bekommt sie ihr eigenes Gotteshaus am Nelly-Sachs-Platz.

Seit Anfang des Jahres steht auf dem Riedbergplatz ein öffentlicher Bücherschrank. Genau wie im benachbarten Kalbach. Dort betreibt der örtliche Kinderverein zudem eine Bücherei. Und zwar im Alten Rathaus in der Kalbacher Hauptstraße. Der Kinderverein kümmert sich schon seit 1988 um das Lesevergnügen junger Menschen. Jedes Jahr lobt er den Nachwuchs-Literaturpreis „Kalbacher Klapperschlange aus. Und veranstaltet darüber hinaus eine Kinderbuchmesse in der Alten Turnhalle.

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