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Frankfurt-Riedberg Erneut Ärger um Kita Welt-Raum

Der Streit um die Besitzverhältnisse der Kindertagesstätte Welt-Raum ist weiter unklar. Deshalb ist eine Sanierung der Küche derzeit nicht möglich.

Die Kita Welt-Raum mit Platz für 102 Kinder gibt es seit 14 Jahren. Foto: Rolf Oeser

Es ist eine endlose Geschichte: der Streit um die Besitzverhältnisse der Kindertagesstätte Welt-Raum. Noch immer sind sich Stadt und Insolvenzverwalter nicht einig, wem die Einrichtung an der Renoirallee gehört. Weil das gerichtliche Verfahren noch läuft, müssen Reparaturen derzeit hinten angestellt werden.

Die Küche etwa hätte diesen Sommer saniert werden sollen, das habe die Kita-Leitung den Eltern bereits im vergangenen Jahr verkündet, sagt Elternbeirätin Kristina Kaiser. Sie ist verärgert, „dass wir durch die Stadt so schlecht informiert werden.“ Die gesamte Situation rund um die ungeklärten Besitzverhältnisse sei „katastrophal“.

Zwar betont Kaiser, dass die Küche noch in Ordnung aussehe. Dennoch hat sie Angst vor einer Extremsituation. „Es gibt immer Dinge, die gemacht werden müssen“, sagt sie. „Wir wollen auf keinen Fall einen Caterer, denn wir sind mit der Köchin und ihrem Team sehr zufrieden.“

Bei der Stadt bestätigt man, dass Reparaturmaßnahmen anstünden. „Durch die ungeklärten Besitzverhältnisse ist es schwierig, eine Sanierung zu veranlassen“, teilt die Referentin von Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD), Sabrina Mannebach, auf Anfrage mit. Die Küche sei aber noch in einem guten Zustand. „Man kann die Kinder dort uneingeschränkt versorgen.“

Warten auf Gerichtsurteil

Laut dem Träger der Einrichtung, dem Verein zur Unterstützung berufstätiger Eltern, sind die Sanierungen zwar nötig, können aber noch aufgeschoben werden. „Wir warten auf die Urteile, ehe wir mit den Sanierungen starten“, teilt Geschäftsführer Michael Burbach der FR schriftlich mit.
Die Kita Welt-Raum mit Platz für 102 Kinder gibt es seit 14 Jahren. Sie war die erste Kita im Neubaugebiet Riedberg. Der Verein zur Unterstützung berufstätiger Eltern ist Mieter in dem Gebäude, das ein Investor gebaut hat. Weil dieser pleite gegangen ist, wurde die Kita der Insolvenzmasse zugeschlagen und sollte bereits zweimal zwangsversteigert werden.

Und das, obwohl die Kita längst der Stadt gehören müsste. Die hatte mit dem Investor einen städtebaulichen Vertrag abgeschlossen, der ein Gebäude für den „Gemeinbedarf“ vorsieht. Die Kita hätte der Kapitalanleger der Stadt umsonst überlassen müssen. Allerdings versäumte es der zuständige Notar, die Stadt nach Fertigstellung der Einrichtung ins Grundbuch einzutragen. Das Gebäude verblieb somit weiter beim Investor. Die Stadt versuchte zwar, die Kita freihändig vom Insolvenzverwalter zu erwerben. Das Vorhaben scheiterte aber: Insolvenzverwalter Miguel Grosser veräußerte die Kita an einen Investor. Die Stadt wiederum bestand auf ein Vorkaufsrecht, das verhindert, dass ein Dritter die Kita gegen den Willen der Stadt erwirbt.

Seither schwelt ein Rechtsstreit. Das Bürgerliche Gesetzbuch schließt ein Vorkaufsrecht im Falle einer Insolvenz aus. „Es laufen verschiedene Verfahren“, teilt der Leiter des Liegenschaftsamts, Alfred Gangel, mit. „Wir bemühen uns nach wie vor.“

Wie lange das noch dauert, vermag Gangel nicht zu beurteilen. Der Kita-Träger verfällt deshalb nicht in Panik: „Natürlich ist so eine Hängepartie nicht schön“, sagt Burbach, „aber den Kita-Betrieb hindert es nicht.“

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