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Frankfurt Prostituierte beklagen Desinformation

Der Verein „Dona Carmen“ sieht keine Akzeptanz des vor einem Jahr eingeführten Prostituiertenschutzgesetz und zweifelt an der Statistik.

Der Verein „Dona Carmen“ erneuert seine Kritik am Prostituiertenschutzgesetz und wirft den Stadträten Stefan Majer (Gesundheit) und Markus Frank (Ordnung) vor, Desinformation zu betreiben. Die Dezernenten hatten unlängst erklärt, sie seien zufrieden mit der Umsetzung des vor einem Jahr eingeführten Gesetzes.

Der für die Rechte von Prostituierten kämpfende Verein „Dona Carmen“ stört sich vor allem an einer Zahl, die Majer und Frank vorgelegt hatten. Danach haben sich 1600 Prostituierte in Frankfurt registrieren lassen und die gesetzlich vorgeschriebene Beratung im Gesundheitsamt erhalten. Diese Statistik legt nahe, dass zwei Drittel der in Frankfurt tätigen Sexarbeiterinnen den Anforderungen des Gesetzes nachkommen. Doch dem sei nicht so, betonen die Verantwortlichen von „Dona Carmen“. Denn unter den 1600 Frauen seien viele, die eben nicht in Frankfurt arbeiten. Sie hätten sich lediglich in Frankfurt registrieren lassen – weil sie die Anonymität einer Behörde in der Großstadt schätzten. Der Anteil der Frankfurter Prostituierten, die sich angemeldet haben, sei in Wahrheit wesentlich geringer „Von einer Akzeptanz des Hurenpasses oder gar des Prostituiertenschutzgesetzes unter Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern kann nicht die Rede sein – beides wird von den Betroffenen vielmehr abgelehnt“, heißt es in der Stellungnahme.

Zudem leugneten Majer und Frank den auf die Prostituierten ausgeübten Zwang, so „Dona Carmen“. Die Sexarbeiterinnen hätten sich nicht freiwillig registriert, sondern auf Druck der Bordellbetreiber, die um ihre Konzession fürchteten. „Die Bordellbetreiber haben damit den auf sie im Kontext der Erlaubnispflicht ausgeübten staatlichen Druck kurzerhand an die Frauen durchgereicht“, beklagt „Dona Carmen“. Die Stadtverordneten sollten sich von der „vermeintlich positiven Jahresbilanz“ nicht blenden lassen.

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