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Frankfurt-Preungesheim Einblick ins Private

Die Fotoausstellung „In Frankfurter Gesellschaft – Preungesheim innen und außen“ porträtiert Einwohner und Architektur des Stadtteils.

20.11.2015 14:23
Philip Dingeldey
Florian Albrecht-Schoeck fotografiert Häuser von außen, Anna Pekala von innen. Foto: Rolf Oeser

Zwei Leute im Wohnzimmer, sie sitzt und neben ihr steht ein Mann, der Elvis Presely ähnelt. Erst auf den zweiten Blick des Rätsels Lösung: Es ist eine Elvis-Pappfigur. Auf anderen Fotos präsentieren Bewohner stolz wertvolle Gegenstände oder ihre Kinder, eine Frau zeigt sich im Cocktailkleid in ihrer neu ein gerichteten Küche, andere geben sich als glückliche Pärchen. Die Fotos sind Teil der Ausstellung „In Frankfurter Gesellschaft – Preungesheim innen und außen“, die gerade im Kubi-Schülertreff der Carlo-Mierendorff-Schule zu sehen ist.

Preungesheim ist bereits der neunte Stadtteil des Projektes „In Frankfurter Gesellschaft“ der Fotografen Anna Pekala und Florian Albrecht-Schoeck. Pekala kontakiert dafür Menschen im Stadtteil, die bereit sind, einen Einblick in das Private zu gewähren. „Einen Inneneinblick in ihr Leben, den bekommt man sonst nicht“, sagt sie über die inszenierten Bilder. Dafür sei das Programm Aktive Nachbarschaft unerlässlich. „Wir kennen uns in den jeweiligen Stadtteilen nicht aus, und die Initiative vermittelt uns Kontakte zu Bewohnern“, sagt Pekala. Die Suche nach weiteren Motiven funktioniere danach im Schneeballsystem.

Als Ergänzung zu den 23 farbigen Innenansichten Pekalas bietet Albrecht-Schoeck zwölf Außenansichten von Preungesheim in Schwarz-Weiß. Er hat etwa den Gravensteiner Platz, die Mierendorff-Schule, aber auch Wohnhäuser vom Frankfurter Bogen und von Alt-Preungesheim fotografiert. „Ich will mit den Fotos eine Abstraktion erreichen“, sagt er, „mit meinem persönlichen Blick möchte ich neue Perspektiven auf Preungesheim eröffnen“.

Methodische Gegensätze

Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) freut sich auf Diskussionen, die sich durch die Bilder ergeben: „Die Fotos zeigen immer wieder die charmanten Besonderheiten des Stadtteils, zeigen Herkunft und Leben der Einwohner“, sagte sie bei der Vernissage am Dienstagabend.

Die methodischen Gegensätze beider Fotografen, zwischen Authentizität und Inszenierung, Schwarz-Weiß- und Farbfotos, Innen und Außen, sind es, die der Ausstellung die inhaltliche Spannung verleihen. Albrecht-Schoeck mag dabei klare Linien, manchmal auch bedrohliche Elemente sowie die Trennung von öffentlichem und privatem Raum.

„Architektonisch ist die Trennung in Preungesheim schon groß“, sagt er, „man spürt einen Unterschied zwischen dem alten Stadtteil und den Neubaugebiet“. Pekala freute sich über die Individualität und Aufgeschlossenheit der Preungesheimer.

Die Ausstellung ist bis zum 11. Dezember im Kubi-Schülertreff der Carlo-Mierendorff-Schule, Gravensteiner Platz 2, zu sehen. Geöffnet: montags, dienstags, je 14 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung, Tel.: 01 76 / 10 07 79 67, Infos: www.in-frankfurter-gesellschaft.de

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