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Frankfurt-Ost Nachhaltig netzwerken

Tobias Löser ist Standortmanager für 550 Firmen in zwei Gewerbegebieten. Die Palette reicht von großen Märkten über kleine Werkstätten bis hin zu Chemiebetrieben.

Tobias Löser kümmert sich seit kurzem als Projektmanager um das Gewerbegebiet Seckbach und Fechenheim-Nord. Foto: Andreas Arnold

Tobias Löser kommt mit dem Fahrrad. Das trifft sich gut, ist er doch Standortmanager für ein „nachhaltiges Gewerbegebiet“. Nachhaltig – das ist ein Modewort. Oder, wie Löser sagt: „Alles ist zurzeit nachhaltig. Jeder versteht darunter etwas anderes.“ Seit Anfang Mai ist der 30-Jährige im Auftrag der städtischen Wirtschaftsförderung für die Industriestandorte Seckbach und Fechenheim-Nord zuständig.

550 Unternehmen sind dort ansässig – auf 185 Hektar, also 260 Fußballfeldern. Die Palette reicht von großen Märkten über kleine Werkstätten bis hin zu Chemiebetrieben. Auch eine Kaffeerösterei und ein Rechenzentrum haben sich dort angesiedelt – sowie die Großmetzgerei Wilhelm Brandenburg, die allerdings nach einem neuen Standort in der Rhein-Main-Region sucht (die FR berichtete). Das Gebiet sei durchmischt und heterogen, sagt Löser. Kurz: „Das Typische ist, dass es nichts Typisches gibt.“

Die Stadt will den Firmen helfen, Energie – und damit Geld – zu sparen. Auf fünf Jahre ist das Konzept angelegt. „Das ist ein Vorzeigeprojekt“, sagt Löser. Seine Aufgabe: netzwerken. Das heißt: die Unternehmen zusammenführen und unterstützen. Auch in den Kontakt mit städtischen Ämtern und Gesellschaften soll er treten – als „Ansprechpartner und Multiplikator“ auftreten, wie er selbst sagt. „Es geht darum, ein ganzheitliches Konzept zu entwickeln.“

Da es im Gebiet nur wenig städtischen Besitz, sondern viel privates Eigentum gebe, sei es mitunter schwierig, Projekte anzuschieben, findet Löser. Doch gerade darin sieht er seine Stärke. Als Projektleiter der STEG-Stadtentwicklung in Heilbronn habe er bereits Kommunen und Grundstücksbesitzer in Fragen der Stadterneuerung beraten. Tatsächlich ist Löser ein kommunikativer Mensch. „Ein Netzwerk baut sich sehr schnell auf“, sagt er.

Auch Mittel für Gebietsreformen

Im 1,3-Millionen-Euro-Budget sind auch Mittel für sogenannte Gebietsreformen vorgesehen. Dazu zählen etwa ein Betriebskindergarten und Fahrradständer. Nicht ohne Grund: „Die Struktur ist stark defizitär“, sagt Löser und spricht von alten Gleisanlagen und Kopfsteinpflastern. „Da ist sehr lange nichts gemacht worden.“

Der gebürtige Leipziger geht mit viel Tatendrang an seine Aufgabe. „Sachen anpacken, das ist meine Mentalität“, sagt er. Auch wenn er betont: „Alle Probleme kann ich nicht lösen.“ Der studierte Geograph hat an der Uni Marburg an einem Forschungsprojekt zum Frankfurter Bahnhofsviertel teilgenommen – und auf diese Weise bereits Teile der Stadt kennengelernt. „Kaum einer weiß, was es für spannende Flächen im Gebiet gibt“ – von der Batschkapp in Seckbach bis hin zur Klassikstadt in Fechenheim.

Noch wohnt Löser in der Nähe von Nidderau. Künftig möchte er mit seiner Freundin in eine Wohnung nach Frankfurt ziehen. Seinen Arbeitsplatz verlagert er mitten ins Gewerbegebiet – in ein Büro an die Cassellastraße 30-32, gegenüber der Klassikstadt. Der Mietvertrag soll demnächst unterzeichnet werden. Dann wird Löser 40 Stunden die Woche am Ort des Geschehens sein. Wenn er sein Büro bezogen hat, soll es einen Tag der offenen Tür für die Gewerbetreibenden geben – oder, wie Löser es formuliert: ein „Housewarming“. Angedacht seien auch Unternehmerfrühstücke und Mitfahrbörsen. Zudem soll es bald eine Homepage geben.

Tobias Löser freue sich darauf, kreativ zu sein – und aufs Fahrrad umzusteigen. Sein eigenes tauscht er künftig gegen ein E-Bike, das die Wirtschaftsförderung ihm stellt. Ganz nachhaltig eben. Auch wenn der Standortmanager betont: „Nachhaltigkeit komplett zu leben, ist sehr, sehr schwierig.“

Kontakt per Mail an tobias.loeser@frankfurt-business.net. Telefon: 212 3 62 09.

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