Lade Inhalte...

Frankfurt-Nordend Mehr Sicherheit für Radfahrer

Der Ortsbeirat kritisiert die Verkehrssituation auf der Eckenheimer Landstraße. Er wirft Verkehrsdezernat und Radfahrerbüro vor, neue Projekte regelmäßig ohne vorherige Absprache mit dem Gremium voranzutreiben.

Autofahrer fahren auf der Eckenheimer Landstraße auch auf dem Radweg. Foto: Alex Kraus

Der Radverkehr ist ein Dauerbrenner in den Sitzungen des Ortsbeirat 3. Schon seit Jahren diskutieren die 19 Abgeordneten teils leidenschaftlich über die Qualität der Radwege im Nordend. Nun lieferte am Donnerstagabend ausgerechnet die Vorstellung fertiger Projekte zur Sicherung des Zweiradverkehrs durch den Leiter des Radfahrerbüros, Joachim Hochstein, Stoff für neue Dispute.

Der Ortsbeirat warf Verkehrsdezernat und Radfahrerbüro vor, neue Projekte regelmäßig ohne vorherige Absprache mit dem Gremium voranzutreiben. „Dabei ließen sich solche Fehler durch eine Debatte ganz einfach vermeiden“, sagte Rainer Krug (CDU) in Richtung Hochstein.

Er spielte damit auf die neue Radwegsituation auf der Eckenheimer Landstraße gegenüber des Hauptfriedhofs an. Erst vor kurzem war dort ein Weg worden, der stadteinwärts fahrende Radler vor sich plötzlich öffnenden Türen schützen sollte. Dazu wurde die KFZ-Spur verkleinert, der neue Radweg auf die Fahrbahn gezogen und der alte in Parkplätze für Anwohner umgewandelt. Eine gute Sache eigentlich. Das Problem: Es funktionierte nicht. Die gewünschte Verbesserung trat nicht ein, die Radler fühlten sich noch unsicherer als zuvor.

Das musste das Radfahrerbüro nun gegenüber dem Ortsbeirat einräumen. Videoanalysen hätten gezeigt, dass die Autofahrer den Schutzstreifen oft einfach mit benutzten – ähnlich wie auf der Friedberger Landstraße stadtauswärts. Im Ergebnis würden die Radfahrer an den Rand gedrängt – „und sind wieder dem Risiko durch Türen ausgesetzt“, sagte Hochstein.

„Mehr Parkplätze statt Radwege“

Zugleich präsentierte er einen Vorschlag zur Verbesserung der Lage. Die Fahrbahn wird wieder verbreitert, der Radweg weiter nach rechts gezogen, die Parkplätze wandern einige Zentimeter auf den Gehweg. Kommando zurück also. Rüdiger Koch von der SPD sah darin eine Lehre: „Erst bauen und dann darüber sprechen geht nicht“, sagte er.

Doch es gab auch gute Nachrichten: der Radweg auf der Rotschildallee, zwischen Nibelungenplatz und der Abzweigung zur Burgstraße, habe sich als Erfolg erwiesen, sagte Hochstein. Dort war es in der Vergangenheit mehrfach zu schweren Unfällen zwischen Radfahrern und Rechtsabbiegern gekommen. Ein neuer Radweg auf der Fahrbahn soll dort die Zweiräder für Autofahrer sichtbarer machen. „Eine kostengünstige Lösung, die ein großes Plus an Sicherheit bringt“, resümierte Hochstein.

Die FDP warnte dennoch davor, Radfahrer zu übervorteilen: „Statt mehr Radwege brauchen wir im Nordend dringend mehr Parkplätze“, sagte Gerhard Brandt. Auch die CDU stimmte dem zu. Bertram Giebler, der Frankfurter Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs, wies dies zurück: „Parkplätze sind kein Menschenrecht“, sagte er. Sicherheit hingegen schon – da waren sich die anderen Parteien einig.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum