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Frankfurt-Niederursel Den Ursprung rekonstruieren

Die Gustav-Adolf-Kirche wird nun für 1,45 Millionen Euro generalüberholt. 1928 wurde die von Martin Elsässer entworfene Kirche innerhalb eines Jahres hochgezogen.

Der Architekt Martin Elsässer entwarf das Gotteshaus. Foto: christoph boeckheler*

Die Gustav-Adolf-Kirche in Niederursel wird seit dieser Woche für insgesamt 1,45 Millionen Euro renoviert und darüber hinaus auch rekonstruiert. Das verkündete die Evangelische Kirche Frankfurt. Grund dafür sei der renovierungsbedürftige Gesamtzustand des Kirchengemäuers, so Heinz Wionski, zuständiger Konservator beim Landesamt für Denkmalschutz in Wiesbaden.

1928 wurde die von Martin Elsässer entworfene Kirche innerhalb eines Jahres hochgezogen – „ein Meilenstein des Kirchenbaus im 20. Jahrhundert“, sagt Ralf Bräuer von der Evangelischen Kirche Frankfurt. Doch die Jahre haben ihre Spuren hinterlassen: Beschallungs- und Heizungsanlage sowie die Elektronik erfüllen längst nicht mehr zeitgemäße Standards, auch ein barrierefreier Zugang fehlt – Mängel, die in den Renovierungsarbeiten behoben werden sollen.

Wiederherstellung des Alten

Die infrastrukturelle Aufwertung ist allerdings nur ein Teil der Maßnahmen. Der gesamte Kircheninnenraum soll rekonstruiert werden, „eine Annäherung an den alten Zustand“, sagt Wionski. Denn über die Jahre sei in die Gestaltung der Kirche eingegriffen worden. Die einst rot schimmernden Holzsprossenfester wurden Ende der 50er Jahre ersetzt durch farbige Fensterscheiben, Malereien an der Altarrückwand überdeckt, die ursprünglich in Lila-, Blau- und Rosatönen gehaltenen Wände des oktogonalen Kircheninnenraums mit brauner Farbe überstrichen.

Das Frankfurter Architekturbüro Dreysse und Hamm hat die Wiederherstellung des alten Erscheinungsbildes geplant. Arbeiten an Boden, Wand und Decke sollen aufgrund der historischen Vorlage und wie in eben dieser die ursprüngliche Ausstrahlung der Kirche wieder aufleben lassen. Auch hörbar ist eine Veränderung angedacht: die Walker-Orgel wird einmal generalüberholt.

Gemeindepfarrer Michael Stichling betont die Symbiose aus altem Charme und moderner Ausstattung, die in der Kirche geplant ist. Doch habe es auch skeptische Stimmen gegenüber der Restaurierung gegeben, mit den Kritikern wurde der Dialog gesucht. „Wir sind miteinander auf dem Weg“, so Stichling.

Gottesdienst ausgelagert

Die Kosten von insgesamt fast anderthalb Millionen Euro trägt hauptsächlich der Evangelische Regionalverband Frankfurt mit 930 000 Euro. Ferner unterstützen die Frankfurter Kirchenstiftung, das Landesamt für Denkmalschutz und die Kirchengemeinde selbst die Baumaßnahmen finanziell. Allerdings sind damit nur die Bauarbeiten gedeckt, nicht die Restaurierung der Orgel. Die wird laut Planung noch einmal 100 000 Euro kosten – Geld, das die Kirchengemeinde durch Spenden einzunehmen erhofft.

Während der nun anlaufenden Bauarbeiten wird der Gottesdienst ausgelagert. Er findet im Gemeindesaal, Karl-Katzky-Weg 62, statt.

Spendenkonto: Konto des Fördervereins Gustav-Adolf-Kirche Niederursel e.V, BIC: H EL AD EF 18 22, IBAN: DE 41 50 05 02 01 02 00 45 51 41; Alternativ kann eines der alten Buntglasfenster gegen eine Spende von 350 Euro erworben werden.

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