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Frankfurt-Niederrad Schneller zur S-Bahn

Der Ortsbeirat stimmt der Einrichtung eines Quartierbusses für Niederrad zu. Er soll die Anbindung an den S-Bahnhof verbessern.

15.09.2016 12:29
Jöran Harders
In Oberrad sind mit den Buslinien 81 und 82 schon Quartiersbusse unterwegs. Foto: Christoph Boeckheler

„An sich ist Niederrad an den öffentlichen Nahverkehr gut angebunden“, sagt die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, Stefanie Then. Doch der Binnen-Nahverkehr innerhalb des Stadtteils müsse verbessert werden. Denn die Wege zu den Haltestellen der Straßenbahn- und Buslinien, zum S-Bahnhof und zum Stadtteilzentrum Bruchfeldstraße seien für viele Bewohner Niederrads einfach zu weit.

Vor allem Senioren könnten die Stationen zu Fuß oft nicht erreichen. So gebe es etwa in der Nähe der Altenwohnanlage im Mainfeld keine Haltestelle. Und zur S-Bahnhof könnten Fahrgäste nur vom Morgen bis zum Vormittag mit dem Bus gut gelangen.

Verbesserungswürdig sei außerdem die Anbindung der Mainfeldsiedlung im Norden des Stadtteils und der Waldfriedsiedlung im Süden. Deshalb fordert der Ortsbeirat die Einführung einer Quartiersbuslinie, die laut Then längst überfällig ist. Bereits vor eineinhalb Jahren hatte sich die SPD dafür eingesetzt, war aber mit einem entsprechenden Antrag im Ortsbeirat gescheitert. Vorher hatte es ab 2011 schon einmal Planungen für einen Quartiersbus gegeben. 2013 war das Vorhaben dann aber an den Kosten gescheitert.

Bei einem neuerlichen Vorstoß waren die Sozialdemokraten nun erfolgreich: Einstimmig beschlossen die Stadtteilpolitiker, dass ein Quartiersbus eingerichtet werden soll. Diese gibt es bisher in vier Frankfurter Stadtteilen. Auf den Linien verkehren kleinere Busse als auf den übrigen Strecken, da das Fahrgastaufkommen in der Regel geringer sei, wie ein Sprecher der Nahverkehrsgesellschaft Traffiq erläutert. Die Quartiersbusse steuern gezielt diejenigen Viertel an, die etwas abseits der Straßenbahn- und Schnellbahnstationen liegen. Insgesamt seien die Erfahrungen mit den Quartiersbuslinien positiv, bilanziert der Traffiq-Sprecher. Die Linie 25, die von Nieder-Erlenbach über Harheim zum S-Bahnhof nach Berkersheim fährt, sei sogar so gut ausgelastet, dass auf dieser Linie eigentlich größere Busse eingesetzt werden könnten. Das sei aber wegen der dortigen Verkehrsverhältnisse nicht möglich.

Der Beschluss des Ortsbeirats setze das richtige Zeichen zur richtigen Zeit, betont Stefanie Then. Denn nur durch einen funktionierenden Stadtteil-Binnen-ÖPNV sei gewährleistet, dass das um das künftige Wohngebiet Bürostadt schnell wachsende Niederrad innerörtlich gut angebunden wird. „Das stärkt die Stadtteilmitte und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Alt- und Neu-Niederräder.“

„Wir haben große Hoffnung, dass der neuerliche Anlauf für einen Quartiersbus dieses Mal zu einer raschen Umsetzung führt“, sagt die stellvertretende SPD-Ortsvereinsvorsitzende Petra Korn-Overländer. Denn laut Koalitionsvertrag der Stadtregierung solle ausdrücklich die Einführung von Quartiersbussen gefördert werden.

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