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Frankfurt-Nieder-Erlenbach „Es gibt nicht viel für die Jugend“

Die Nieder-Erlenbacher Kinderbeauftragte Ingrid Reitzammer sieht im Stadtteil vor allem Bedarf für einen Jugendlichen-Treffpunkt. Im FR-Interview spricht sie außerdem über die Kinderbetreuung.

Ingrid Reitzammer in ihrer Krabbelstube Raupennest. Foto: Andreas Arnold

Frau Reitzammer, Nieder-Erlenbach wächst stetig, immer mehr Kinder wollen auf weiterführende Schulen gehen. Der Ortsbeirat setzt sich deswegen für ein neues Gymnasium auf dem Riedberg ein. Sind die Schulplatzkapazitäten ausgereizt?
Ja, es finden zwar alle einen Platz. Die Frage ist nur, ob das dann an der Schule ist, wo sie hinwollen. Weiterführende Schulen gibt es für unsere Kinder in Nieder-Eschbach, Bad Vilbel und auf dem Riedberg. Ich unterstütze den Vorschlag des Ortsbeirates dort eine zweite weiterführende Schule mit Oberstufe zu bauen. Denn sonst müssen die Kinder bald in die Innenstadt und auch da sind die Schulen voll.

Es gab lange einen Engpass bei der Kinderbetreuung. Hat sich die Lage wieder entspannt?
Ja. Jetzt haben Eltern die Möglichkeit, sich ihre Plätze auszusuchen. Das war vor Jahren sehr schwierig. Mein Sohn kam damals erst mit vier Jahren in den Kindergarten, weil es keine Plätze gab. Aber heute haben wir genügend Plätze. Nieder-Erlenbach hat im Moment kein Kinderbetreuungsproblem mehr.

Und was hat Nieder-Erlenbach Kindern und Jugendlichen noch zu bieten?
Sie können viel Sport machen, im Chor singen oder in den Kinderclub gehen, der zweimal die Woche offen hat. Dort machen sie Ausflüge, spielen Theater, schauen Filme und fahren gemeinsam in die Ferien. Darüber hinaus gibt es die Skateanlage, die im Frühjahr offiziell eröffnet wird. Sonst gibt es nicht viel für die Jugend.

Was fehlt konkret?
Jugendliche bräuchten einen Platz für sich ganz allein, wo sie etwa ihre Musik aufdrehen dürfen. Im Sommer treffen sie sich nämlich auf dem Spielplatz, da gibt es jede Menge Beschwerden von Anwohnern. Vielleicht könnte man an der Skatebahn einen Pavillon als Treffpunkt errichten.

Wofür setzen Sie sich als Kinderbeauftrage ein?
Ich habe vor zwei Jahren den Stadtteilarbeitskreis aller Kinder- und Jugendeinrichtungen ins Leben gerufen, der sich regelmäßig trifft und Themen bespricht. Jüngst ging es um den Hundekot auf den Wegen. Gemeinsam mit den Kindern haben wir Plakate gemalt, die die Hundehalter aufforderten, die Hinterlassenschaften ihrer Tiere wegzumachen. Letztes Jahr habe ich auch ein Fest zur Eröffnung der Spielplatzsaison veranstaltet. Da haben wir Ideen für einen Wasserspielplatz gesammelt.

Der eigentlich bereits vor zwei Jahren genehmigt wurde.
Leider ist bisher nichts passiert. Unser Erlenbach ist im Zuge der Ehec-Verseuchung ziemlich in Verruf geraten, deswegen hat man uns einen Wasserspielplatz versprochen. Aber leider dauert die Umsetzung lange, weil auf einmal doch kein Geld, keine Zeit und kein Personal für die Planung da sind.

Sind sie optimistisch, dass der Spielplatz realisiert wird?
Klar, ich bleibe dran.

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