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Frankfurt Musik als Therapie

Ehemalige Drogenabhängige und Studierende präsentieren ein gemeinsames Kunstprojekt „High Life“ im Gallus Theater.

Musikprojekt der FH
Foto: ROLF OESER (Rolf Oeser)

If you change your life you’ll have a chance for success. Stop doing drugs and fuck all the mess.“ Schon die ersten Zeilen des Eröffnungslieds „Changes“ geben einen intimen Einblick in die Lebenswelt von Sängerin Vivian. Von fehlender Perspektive, Kriminalität und Drogensucht singt die gebürtige Düsseldorferin am Samstagabend auf der Bühne des Gallus Theater. Gebannt lauschen die mehr als hundert Zuhörer der jungen Frau.

Vivian ist eine der rund vierzig aktiven und ehemaligen Drogennutzer, die zusammen mit elf Studierenden der Frankfurt University of Applied Sciences (UAS) ihre Songs, Filme und Bilder im Rahmen des Projekts „High Life“ präsentieren. Zum zweiten Mal haben sich Klienten der Frankfurter Drogenhilfeeinrichtungen mit Bachelor-Studierenden der Sozialen Arbeit zusammengetan. Entstanden ist das Kernstück des Projekts: Ein Sampler mit elf selbst geschriebenen und produzierten Songs.

„Die Kunsterfahrung und der feste soziale Kontakt kann im Kampf gegen Drogen durchaus erfolgreich sein“, sagt Ulrike Pfeifer, Professorin an der UAS und Leiterin des Projekts. Bestes Beispiel hierfür ist Anton E. Der 18-Jährige lernte die Studierenden in der Therapeutischen Einrichtung Eppenhain in Kelkheim kennen. „Von der Idee des Musikprojekts war ich sofort begeistert“, berichtet Anton. Zu hören ist er auf mehreren Liedern des Albums; an der Posaune und als Rapper. Die Arbeit mit dem Team habe extrem geholfen, erzählt E.: „Die Drogenhilfe gehört nun der Vergangenheit an. Jetzt konzentriere ich mich auf das Abitur.“

„Anto hat uns gezeigt, wie viel wir mit der gemeinsamen Arbeit bewirken können“, sagt Karla Raab. Die Studentin mit dem Schwerpunkt Kultur und Medien zieht aus dem Projekt High Life gleich doppelten Nutzen. „Für das spätere Berufsleben konnten wir wertvolle Erfahrungen sammeln“, berichtet Raab. Zudem sei Musikmachen eine ihrer großen Leidenschaften. Auch Raab ist auf dem Sampler zu hören. Am Piano und als Teil des Gruppenchors.

„An Genres sowie Inhalten ist die Platte sehr vielfältig geworden“, sagt David Lang, Musiker und Arzt bei der Malteser Suchthilfe. Er hat die elf Lieder im Tonstudio für die CD eingespielt. „Technisch war es teilweise eine Herausforderung“, berichtet Lang. Besonders die Aufnahme des Schlagzeugs sei im mobilen Studio an der UAS nicht einfach gewesen.

So unterschiedlich wie die elf Biografien der High-Life-Gruppe ist auch der Sound, den sie auf die Bühne bringen. Während „Porto MC“ auf „Selber beigebracht“ über Drogenhandel und Psychiatrien rappt, rockt „MAGUS“ das Gallus Theater mit dem spanischsprachigen „Triality“. Poppig kommt das Liebeslied „Sommerwind“ daher, auf „Different“, einer mit Posaunen unterlegten Rap-Nummer, wird es brachial.

„Es wird so kommen“ ist eines der Lieblingslieder von Anton E. „Der Song hat eine starke Message“, betont E. Denn er zeige, dass ein Ausweg aus dem Drogensumpf möglich sei. Der Refrain: „Nimm dein Leben in die Hand und mach was draus. Es wird so kommen wie du’s willst, wenn du daran glaubst.“

Weitere Informationen zum Projekt sind unter: www.highlife-frankfurt.de zu finden. Dort werden auch einzelne Hörproben des Albums hochgeladen. Wer den Auftritt am Samstag verpasst hat, kann die CD für 10 Euro per E-Mail an ulrike.pfeifer@fb4.fra-uas.de erwerben.

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