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Frankfurt Museen Chancen für die Weltkulturen

Die Grünen wollen auf dem Kulturcampus in Bockenheim, im Depot gegenüber der Uni, eine befristete Erweiterung des Museums. Auf Dauer wird es keine Möglichkeit geben, die überlaufenden Lager des Museums der Öffentlichkeit zu zeigen.

Blick ins Depot des Museums. Das würde man vielleicht auch gerne öfters sehen. Foto: FRFOTO

Die Grünen wollen auf dem Kulturcampus in Bockenheim, im Depot gegenüber der Uni, eine befristete Erweiterung des Museums. Auf Dauer wird es keine Möglichkeit geben, die überlaufenden Lager des Museums der Öffentlichkeit zu zeigen.

In die Debatte um die Zukunft des Museums der Weltkulturen kommt neue Bewegung. Die Grünen im Römer schlagen vor, auf die freie Fläche zwischen Bockenheimer Depot und Bockenheimer Landstraße die temporäre Wolfgang-Steubing-Halle zu stellen. Damit bekäme das Museum die Chance, zumindest einen Teil seiner 70.000 Exponate umfassenden bedeutenden Sammlung endlich aus den Depots zu befreien. Der temporäre Erweiterungsbau würde dann Teil des geplanten Kulturcampus auf dem Gelände der Universität in Bockenheim werden.

„Diese Chance sollte die Stadt jetzt nutzen“, meint Sebastian Popp, der kulturpolitische Sprecher der Grünen. Für die CDU als Koalitionspartner ist der Vorschlag der Grünen prüfenswert. „Wenn die Halle dorthin passt, ist das aus meiner Sicht ein möglicher Standort“, urteilt der CDU-Fraktionsvorsitzende Helmut Heuser. Auf jeden Fall verbiete sich, die temporäre Halle oberirdisch im Sachsenhäuser Museumspark aufzubauen. Dies wäre aus Sicht Heusers ein zu großer Eingriff in das schützenswerte Grün dort. Das Projekt war von Anwohnern des Parks in der Vergangenheit massiv angegriffen worden.

Zügige Entscheidung

Die zweistöckige Steubing-Halle wird seit Dezember 2008 vom Senckenbergmuseum genutzt, um bei wichtigen Ausstellungen zusätzliche Fläche zu schaffen. An die Stelle dieser Übergangslösung soll bis zum Jahre 2017 ein dauerhafter Erweiterungsbau des Senckenbergmuseums treten. Die Steubing-Halle würde dann nicht mehr benötigt.

„Das Weltkulturen-Museum sollte daher die Unterstützung für eine Übernahme der Halle erhalten“, sagt Heike Hambrock, Kulturpolitikerin der Grünen. Sie will mit einer Entscheidung nicht warten. Die Frage des Standorts müsse „zügig“ gelöst werden. Auch für die Grünen kommt der Sachsenhäuser Museumspark „aufgrund der Konflikte mit den Anwohnern“ nicht infrage.

Neue Kulturpolitik

Eine Bürgerinitiative kämpft dort seit geraumer Zeit gegen den ursprünglich geplanten unterirdischen Erweiterungsbau des Museums der Weltkulturen, den die schwarz-grüne Römer-Koalition dann wegen der Finanzlage der Stadt bis auf weiteres vertagt hatte. Für eine zeitlich begrenzte Erweiterung des Museums brauche es „eine innenstadtnahe und verkehrstechnisch gut erschlossene Fläche“, urteilt Hambrock. Deshalb sei der Platz am Bockenheimer Depot geeignet.

Die Grünen heben hervor, dass sich die finanzielle Lage der Stadt in den nächsten Jahren nicht entscheidend verbessern werde. Deshalb müssten in der Kulturpolitik „neue Wege gegangen“ werden.

Hambrock erinnert an die vorübergehende Nutzung des alten Degussa-Geländes im vergangenen Jahr durch das Museum für Moderne Kunst, das dort einen Teil seiner Jubiläumsausstellung gezeigt hatte. Dies sei ein gelungenes Beispiel für eine zeitlich befristete Lösung.

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