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Frankfurt Mit Pasta und Protest ins neue Schuljahr

Der Caterer Sodexo startet nach den Sommerferien erstmalig die Essensausgabe an der Gesamtschule IGS Nordend. Die Eltern demonstrieren weiter.

Sodexo
Ein Fahrzeug des Caterers Sodexo. Foto: H. Schmidt/Archiv

Pünktlich zur Mittagspause um 12 Uhr steht ein Rasensprenger mitten auf dem Schulhof. Erst zögerlich, dann voller Begeisterung, springen die Schüler und Schülerinnen der IGS Nordend durch das erfrischende Nass. Der Elternbeirat hat die Aktion geplant, um zu zeigen: Wir sind weiter da. Ein Banner unterstreicht die Botschaft: „Die Stadt lässt uns im Regen stehen. Wir werden nicht beiseite gehen.“

Vorausgegangen ist ein monatelanger Protest von Schülern und Eltern. Bei einer Ausschreibung der Stadt Frankfurt wurde der Großcaterer Sodexo ausgewählt, künftig die Mensa in der Schule im Nordend zu übernehmen. Los ging es am ersten Tag nach den Sommerferien mit Pasta: im Menü mit Rinderhackbällchen, Tomatensauce, gemischter Rohkost und Vanillequark – für Vegetarier ohne Fleisch. 

Jan und Emil mögen das Essen

Die erste Resonanz der Schüler fällt überwiegend positiv aus. Dem zwölfjährigen Jan schmeckt das Pastagericht. Und auch Emil (12) findet das Essen besser als erwartet und will sich künftig für das Mensaessen anmelden. Jon kritisiert hingegen, dass die Tomatensoße ihm zu wenig nach Tomaten schmeckt. Er möchte die Mensagerichte noch ein weiteres Mal testen und dann entscheiden, ob er sich anmelden wird. 

Am ersten Tag haben nach ersten Schätzungen der Sodexo-Mitarbeiter 100 bis 150 Kinder das Mittagessen-Angebot wahrgenommen. Das sind deutlich weniger als zuletzt: Vor den Ferien, als das bei Eltern und Schülern sehr beliebte Team der „Cantina Buen Barrio“ in der Gesamtschule am Prüfling kochte, kamen täglich zwischen 350 und 400 Kinder zum Mittagessen.

Viele Eltern hatten am Montag ihren Kindern etwa zum Essen mitgegeben, denn die Skepsis gegenüber Sodexo ist in den Sommerferien nicht kleiner geworden. Ein Großcaterer passe einfach nicht zum Konzept der Schule, hieß es auch am Montag immer wieder. Jedenfalls blieb Sodexo auf Essen sitzen. „Da aufgrund der Ferien vorab keine Anmeldungen möglich waren, haben wir erst einmal 400 bis 500 Schüler und Schülerinnen eingeplant“, so Birgit Broda, Kundenbetreuerin bei Sodexo.

Tasächlich hätte das Unternehmen die Eltern durchaus auch in den Ferien kontaktieren können. Aufgrund der Debatte über die Zukunft der Mensa verzichtete es aber darauf. 

Die nächsten Tage wolle man aber genauer kalkulieren, sagt Broda. Dafür verteilt sie Informationen zur Online-Registrierung, bei der Eltern das Essen vorab bestellen können. Auch das Frühstücksangebot soll im Laufe der Woche weiter ausgebaut werden.

Zum Start am Montagmorgen gab es belegte Brötchen. Zum Bedauern der Schüler - Laylan (14) und Faiza (16) bemängeln die geringe Auswahl. Das Sortiment soll im Laufe der Tage erweitert werden: Vom Dienstag an sollen zusätzlich unterschiedlich belegte Brezeln angeboten werden. Künftig werden auch Salate ins Sortiment aufgenommen. „Süßigkeiten sind nicht geplant“, kommentiert Broda das überwiegend salzige Angebot. 

Neuerungen gibt es auch für Schüler mit Unverträglichkeiten: Eltern müssen jetzt eine ärztliche Bestätigung der entsprechenden Unverträglichkeiten einreichen. „Wir brauchen das als Absicherung“, erklärt Broda. Bei Elternbeirätin Stephanie Dietmann stößt das auf Unverständnis: „Das ist ein erheblicher Mehraufwand für die Eltern.“

Außerdem liege nicht immer eine absolute Intoleranz vor, manchmal nur bei zu hohem Konsum. Dietmann und weitere Eltern planen, den neuen Caterer weiter zu umgehen. Mögliche Alternativen sind selbst organisierte Mittagessen im Klassenverband oder das Mittagessen zu Hause.

Wie viele Eltern ihre Kinder wirklich anmelden, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Redebedarf bleibt: Weitere Details wie die Nutzung der Kücheneinrichtungen bei Schulfesten sollen zeitnah zwischen Elternbeiräten und dem Caterer besprochen werden. 

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Schulen in Frankfurt

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