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Frankfurt Mit kleinen Aktionen selbst aktiv werden

Eine neue Gruppe will gegen stumpfes Konsumverhalten vorgehen. Für das kommende Wochenende ist der erste Einsatz geplant.

Die Gruppe „Sinnflut“ will gegen stumpfes Konsumverhalten angehen. Foto: Reuters

Herr Berdel, zusammen mit fünf Mitstreitern haben Sie jüngst die Gruppe „Sinnflut“ ins Leben gerufen. Was verbirgt sich dahinter?
Bis vor kurzem haben wir uns alle in einer internationalen Meeresschutzorganisation engagiert. Jetzt möchten wir etwas Eigenes machen und ein Bewusstsein der Menschen vor Ort schärfen. Wir können zwar nicht die Welt retten, aber mit kleinen Aktionen kann jeder selbst aktiv werden

Das heißt?
Wir prangern die Haltung an, dass jeder glaubt, er könne stumpf weiter konsumieren, ohne an die Folgen zu denken, nach dem Motto „nach uns die Sintflut!“. Bewussteres Handeln im Alltag und kleinere Aktionen sind wichtig, und manchmal können auch vermeintlich unspektakuläre Taten sehr viel Sinn machen und etwas in Gang bringen – daher auch unser Name. Mit unseren Aktionen wollen wir vor allem auch versuchen, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen.

Am Samstag wollen Sie auf der Berger Straße in Höhe des Hohen Brunnen veganen Kuchen unter die Menschen bringen, gegen Spenden. Warum?
Wir möchten damit aufzeigen, dass man auch ohne Milch und Ei, also ohne Tiere auszubeuten, leckeren Kuchen backen kann. Damit beteiligen wir uns am „Vegan Bake Sale“, einer internationalen Kampagne, die jedes Jahr in einem konkreten Zeitraum dazu aufruft, vegane Leckereien auf öffentlichen Plätzen anzubieten.

Was machen Sie mit den Spenden?
Unser Erlös soll dem Gnadenhof des Vereins L(i)ebenswert zu Gute kommen, der in Not geratenen Tieren ein Zuhause auf Lebenszeit bietet. Einer unserer Mitstreiter kennt die betreibende Familie persönlich, daher ist es uns eine Herzensangelegenheit, genau diesen Hof zu unterstützen.

Am Sonntag laden Sie dann zum Müllsammeln an das Oberräder Ufer ein.
Ja, da organisieren wir ein „Beach Cleaning“. Treffpunkt wird am Parkplatz des Rudererdorfs sein. Wir verteilen Müllsäcke und Zangen und wollen den Main in beide Richtungen säubern. Wer sich einmal an einer solchen Reinigung beteiligt, der sieht die Welt danach mit ganz anderen Augen und entdeckt Müll, den er vorher nicht gesehen hat.

Wie geht es danach weiter?
Das ist noch offen. Es soll auf keinen Fall eine Eintagsfliege bleiben. Wichtig ist uns die Hilfe zur Selbsthilfe, dass ein Bewusstsein entsteht, es muss nicht immer etwas im Großen passieren.

Interview: Boris Schlepper

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