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Frankfurt Mieter Aus der Wohnung gedrängt

Viele Frankfurter haben das Gefühl, dass ihr Vermieter gezielt versucht, sie aus ihrer Wohnung zu vergraulen. Zur Unterstützung der Betroffenen gibt es jetzt einen runden Tisch.

In der Böhmerstraße 4 fühlen sich die Mieter bedrängt. Foto: Andreas Arnold

Das Thema Mietervertreibung ist in Frankfurt nicht auf einzelne Viertel der Innenstadtbezirke begrenzt. Das wissen natürlich auch die Stadtteilpolitiker. Neu ist jedoch, dass diese sich nun dauerhaft stadtteilübergreifend zu diesem Thema beraten und vernetzen: Mitglieder der Ortsbeirate 2 (Bockenheim, Westend, Kuhwald) und 3 (Nordend) haben sich am Mittwochabend zu einem runden Tisch gegen „Mietervertreibung“ getroffen.

Mit dabei waren außerdem Vertreter der Aktionsgemeinschaft Westend, der Aktionsgemeinschaft Böhmerstraße/Körnerwiese/Leerbachstraße, der Bürgerinitiative Nordend, Ostend, Bornheim (NBO) sowie betroffene Mieter aus dem Nordend und Westend.

Wenngleich sie alle „unterschiedliche politische Ansichten“ hätten, wollten die Ortsbeiräte und Bürgerinitiativen fortan die „Kräfte bündeln“, erklärte Axel Kaufmann (CDU), Ortsvorsteher des Ortsbeirates 2, zu Beginn der Gespräche am Mittwochabend im Römer. Kaufmann war es auch, der die Idee zum runden Tisch gehabt hatte. Eingeladen war auch der Ortsvorsteher des Ortsbeirates 4 (Bornheim, Ostend) Bodo Pfaff-Greiffenhagen (CDU), der sich jedoch entschuldigen ließ.

Luxussanierung

In den Erzählungen der Betroffenen wurde deutlich, mit welchen Methoden die Mieter, mutmaßlich zum Zwecke der Luxussanierung und der Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen, herausgedrängt werden sollen. Auch Mieter der Böhmerstraße 4 waren gekommen. Die dortigen Mieter, die ihre Namen nicht in der Zeitung lesen möchten, haben den Eindruck, dass sie vom Hauseigentümer gedrängt werden, ihre Mietverträge aufzulösen.

Insbesondere die Belegung einiger Wohnungen mit zeitweise mehr als 20 Personen und den damit nicht ausbleibenden Konflikten um die Nebenkostenabrechnungen sowie eine „Verwahrlosung“ des Hauses, würden diesen Eindruck nähren. Der Vermieter erklärte gegenüber der FR jedoch am gestrigen Donnerstag, „dass alle solange bleiben können, wie sie wollen“.

Arbeiterkolonnen einquartiert

Auch ein ehemaliger Mieter der Schumannstraße 13 – eine Immobilie des gleichen Vermieters – war gekommen. Weil er sich durch die Belegung einer Wohnung im Haus mit etwa 15 Leuten massiv gestört fühlte, zog er vor einigen Monaten aus. Auch er glaubt, dass die angestammten Mieter durch die Einquartierung von Arbeiterkolonnen, die ihn manche Nacht nicht haben schlafen lassen, herausgedrängt werden sollen. Mit dem Wegfall der alten Mietverträge könnten die Wohnungen daraufhin in Eigentumswohnungen umgewandelt werden, mutmaßt der ehemalige Mieter der Schumannstraße 13.

Der Vermieter betonte jedoch, dass er die Häuser in der Schumannstraße und der Böhmerstraße lediglich sanieren wolle – ohne Mieter zu vertreiben.

Die Mieter der Schuhmannstraße 13 sowie der Böhmerstraße 4 wollen dennoch weiter zum runden Tisch kommen. In einigen Wochen, so Karin Guder (Grüne), Ortsvorsteherin des Ortsbeirats 3, solle die Runde erneut zusammentreten. Als nächsten, womöglich dauerhafte Treffpunkt kommt das AWO-Gebäude in der Eichwaldstraße 71 infrage.

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