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Frankfurt Mieten Demo Protest gegen hohe Mieten

450 Menschen demonstrieren gegen hohe Mieten und verlangen von der Stadtregierung mehr Einsatz in sozialen Fragen.

Aktivisten beobachten den Demonstrationszug an der Senckenberganlage. Foto: Andreas Arnold

Laute Parolen schallen durch die Elbestraße. „Die Stadt gehört allen“, tönt es auf Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch vom Lautsprecherwagen. „Wohnen darf keine Ware sein! Nichts ist unmöglich!“ Die zehn Polizisten, die sich vor der ABG-Zentrale postiert haben, schauen angestrengt in die Menge, um herauszufinden, ob jemand Stress machen oder ein Farbei werfen will. Will aber niemand. Die bunte Menge jubelt und zieht mit rhythmischen Sprechchören weiter Richtung Römer.

Rund 450 Menschen haben sich am Donnerstagabend einem Protestzug gegen steigende Mieten, mangelnden Platz für nicht-kommerzielle Zentren und die allgemeine Tendenz der Frankfurter Stadtentwicklung angeschlossen. Verschiedene Gruppen und Initiativen tragen mit Reden zu der inhaltlich recht breiten Demonstration bei, die von der Bockenheimer Warte durch das Westend und das Bahnhofsviertel zum Römer zieht, wo zu diesem Zeitpunkt die Stadtverordnetenversammlung über die Zukunft des Kulturcampus berät.

Steigende Mieten

Anwohner aus dem Westend und Bockenheim berichten von immer weiter steigenden Mieten, der Verein Doña Carmen kritisiert die Verdrängung von Sexarbeiterinnen aus der Öffentlichkeit, das Bündnis „Leerstelle“ kritisiert den Umgang mit Hausbesetzungen in Frankfurt – und Joachim Brenner vom Förderverein Roma macht sich erneut für ein Roma-Wohnprojekt auf dem Campus Bockenheim stark. Angemessener Wohnraum sei die Grundlage für Bildung und Integration, sagt er. Ausgrenzung gegenüber obdachlosen Roma etwa aus Rumänien sei „Realität vor unserer Haustür“. Frankfurt müsse endlich mehr für die Minderheit tun und über ein eigenes Hausprojekt verhandeln, sagt Brenner.

Jens Wissel ist gekommen, um Unterstützung für das Wohnprojekt im Philosophicum zu demonstrieren. Da müsse viel Geld zusammengetrommelt werden, sagt der 46-Jährige. Als Symbol dafür, dass solche Projekte möglich sind, erfreut ihn das Philosophicum – „auch wenn es natürlich keine breiten Wohnungsprobleme löst“. Letztlich müsse das Wohnen in Frankfurt insgesamt billiger werden, findet Wissel.

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