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Frankfurt Mehr Lebensqualität für Blinde

Die App „Mindtags“ ermöglicht Blinden ein selbstständigeres Leben. Detlef Hans Franke von der Frankfurter Stiftung für Blinde und Sehbehinderte zeigt sich begeistert.

Es geht um die richtigen Informationen am richtigen Ort. Während die allermeisten Menschen diese zu einem großen Teil mithilfe der Augen aufnehmen, leben allein in Deutschland etwa 1,2 Millionen Blinde und Sehbehinderte. Sie sind auf nicht-visuelle Informationen angewiesen.

Vom öffentlichen Nahverkehr über die Orientierung in einem Gebäudekomplex bis hin zum Museumserlebnis – Menschen mit geschädigtem Augenlicht sind im alltäglichen Leben mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Eine App soll helfen, ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

„Mindtags“ heißt die Anwendung, die der blinde Jurist und Übersetzer Erich Turner zu diesem Zweck entwickelt hat. Mithilfe der Kombination verschiedener Sensoren sollen Nutzer der App durchgehend Signale auf ihr Smartphone bekommen. Die App sucht dann automatisch die eingespeisten Informationen heraus und gibt sie akustisch an den Nutzer weiter.

Zum Beispiel Wegbeschreibungen: In entsprechend ausgestatteten Gebäuden macht „Mindtags“ es möglich, dem Benutzer etwa Türschilder vorzulesen. Am wichtigsten sei jedoch ein anderer Aspekt, betont Turner: „Der Übergang von innen nach außen muss gewährleistet sein.“ Während im Außenbereich das GPS die Position ortet, wie bei Navigationsapps und -systemen üblich, sorgen andere Technologien für die Orientierung im Nah- und Innenbereich.

Mithilfe der Bluetooth-basierten Technologie Beacon, QR-Codes und eines Near-Field-Communication-Chips (NFC), alles mittlerweile standardmäßig in Smartphones verbaut, kann das Handy sich und seinen Nutzer genauestens orientieren und Informationen, beispielsweise über Exponate in einem Museum, ausgeben.

Es müssen nur entsprechende Datenchips und Sensoren in Gebäuden oder an Haltestellen angebracht und die Informationen in die App eingespeist werden, um Sehbehinderten das Leben leichterzumachen. Doch nicht nur ihnen: Es sei ein inklusives System, erzählt Turner. So helfe es nicht nur Blinden, sondern könne, mit anderen Inhalten, auch eine Bereicherung etwa für Gehörlose oder für Kinder sein.

„Die Online-Technologie bietet uns hier einfach ganz andere Möglichkeiten,“ sagt auch Detlef Hans Franke, der die Presseangelegenheiten der Frankfurter Stiftung für Blinde und Sehbehinderte regelt. Er zeigt sich begeistert: „Das ist für Blinde die Freiheit schlechthin.“ Besonders gut gefalle ihm, dass die App aus der Community entwickelt wurde, also von Leuten, die die Einschränkungen eines Lebens mit Sehbehinderung aus erster Hand kennen.

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