Lade Inhalte...

Frankfurt-Marathon Wählen, laufen, anfeuern

Der Frankfurt-Marathon fällt erstmals mit der Landtagswahl zusammen.

Frankfurt Marathon
Am Sonntag, 28. Oktober, wimmelt die Stadt vor Läufern und Helfern und Wählern. Foto: Michael Schick

Selbst die 37. Auflage des Frankfurt-Marathons bringt noch Unverhofftes für die Organisatoren. Als Marathon-Chef Jo Schindler vor etwa fünf Jahren gemeinsam mit der Messe Frankfurt den Termin für den Marathon 2018 festlegte und mit dem internationalen Rennkalender abglich, ahnte er noch nicht, dass genau an diesem Sonntag, 28. Oktober 2018, auch alle Hessen zum Gang an die Urnen aufgefordert sind. Nun muss Frankfurt an diesem Tag gleich zwei Großveranstaltungen stemmen: die Landtagswahl und den Marathon.

Schindler und sein Team wollen aus der Not eine Tugend machen. „Wir haben einen gemeinsamen Aufruf“, sagte Schindler am Dienstag bei der Vorstellung des Programms. Es werde Buttons mit dem Aufruf „Wählen und Anfeuern“ geben, so Schindler. Für die Doppelveranstaltung wurde eigens eine Arbeitsgemeinschaft mit der Landeswahlleitung aus der Taufe gehoben und geschaut, wo die Marathonstrecke und der Zugang zu Wahllokalen sich kreuzen. Generell aber gibt Schindler Entwarnung. „Die Strecke ist zwar 42,195 Kilometer lang, aber nur im Start- und Zielbereich und an großen Plätzen abgegittert.“

Der Marathon, so Schindler, bewege sich „wie eine Wolke“ durch die Stadt mit einer Handvoll Spitzenläufern und Nachzüglern an Anfang und Ende und „einem großen Läuferbauch“ in der Mitte. Nur dort könne es temporär problematisch mit der Querung der Laufstrecke werden. Am Marathon jedenfalls soll es nicht liegen, wenn einzelne Wähler dem Aufruf nicht nachkommen, betont Schindler: „Die Ausrede wird ganz sicher nicht zählen.“

Umgekehrt dürfte für die Läufer die Ausrede nicht gelten, es habe beim Lauf an ausreichender Unterstützung gelegen. Zumindest haben die Organisatoren wieder große Anstrengungen unternommen, den Läufern stimmungstechnisch auf die Sprünge zu helfen. Mit Christina Dörr gibt es sogar eigens eine „Ressortleiterin Streckenfeste“, die beeindruckende Zahlen lieferte. Rund 2000 Personen sind auf den Beinen, um die 80 Programmpunkte an der Strecke zu stemmen. 40 Musikgruppen, 20 Vereine und zwölf Moderatoren feuern die Läufer an, die Zuschauer an der Strecke können das Treiben auf sechs Videoleinwänden verfolgen. Läufer, die sich auf der langen Strecke des Frankfurt-Marathons nach kontemplativer Ruhe sehnen, werden enttäuscht sein. Doch die meisten Läufer werden froh sein, wenn sie etwa auf der langen Mainzer Landstraße ein bisschen Unterstützung erfahren.

Auf die Strecke gehen werden am Wahl-Sonntag mehr als 21 000 Läufer. 13 500 quälen sich über die volle Distanz, etwa 8000 auf Teilstücken in einer Vierer-Staffel. Dazu kommen mehrere Tausend überwiegend junge Läufer, die auf Teilstrecken unterwegs sind.

Dazu gehören auch erstmals junge Leute zwischen 15 und 25, die sich für den European Youth Marathon auf die Strecke machen, um für ein vereintes Europa zu werben. Schindler weiß nicht, wie viele Menschen dem Aufruf folgen und die 4,2 Kilometer lange Strecke angehen werden. Doch an dem Sonntag wird ohnehin nur in Hessen und nicht in Europa gewählt.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen