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Frankfurt Main-Taunus-Kliniken Klinikverbund startet mit Kritik

Aus Konkurrenten werden Verbündete: Die beiden kommunalen Krankenhäuser des Main-Taunus-Kreises und das städtische Krankenhaus in Höchst gehören nun zusammen. Doch direkt zum Beginn gibt es Streit um die Bezüge von Mitgliedern des Aufsichtsrates.

Im Verbund angekommen: Gesundheitsdezernentin Heilig Foto: Peter Jülich

Über Jahrzehnte hinweg waren sie Konkurrenten: die beiden kommunalen Krankenhäuser des Main-Taunus-Kreises und das städtische Krankenhaus in Höchst. Seit Montag gehören sie nun zusammen, bilden gemeinsam die Kliniken-Frankfurt-Main-Taunus GmbH. Auf einer Pressekonferenz im Frankfurter Römer zeigten sich alle Beteiligten erleichtert, meinten aber gleichzeitig, „dass die Arbeit jetzt erst anfängt“, wie es der Landrat des Main-Taunus-Kreises, Michael Cyriax (CDU) fast wortgleich mit dem Frankfurter Kämmerer Uwe Becker (CDU) formulierte.

Denn jetzt geht es darum, medizinische Zentren zu bilden und die Aufgabenverteilung im Verbund neu zu definieren. Kliniken, die sich bisher als Konkurrenten verstanden haben, müssen eine gemeinsame Unternehmenskultur entwickeln. „In den Köpfen muss sich etwas bewegen“, sagte Cyriax. Die Frankfurter Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) erklärte selbstbewusst, dass der neue Klinikverbund dem Frankfurter Universitätsklinikum „in nichts nachstehe – außer der Forschung“.

Geschäftsführer Tobias Kaltenbach, der von den Main-Taunus-Kliniken herkommt, will auf Wachstum setzen: Eine Prognose der Hessen-Agentur gehe von einer Zunahme der Patientenzahlen um 14 Prozent bis zum Jahr 2030 aus. „Wir brauchen eher mehr als weniger Mitarbeiter.“ Co-Geschäftsführerin Dorothea Dreizehnter, die für das Klinikum Höchst in der Geschäftsführung sitzt, will aus den drei Häusern „einen richtigen Tanker für die medizinische Versorgung“ bauen. Immer wieder wurde betont, dass die angestrebten Veränderungsprozesse nur funktionieren können, wenn es gelingt, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ins Boot zu holen.

Ausdrücklich wurde auch die Rolle der Betriebsräte betont. Die Politiker Cyriax, Becker und Heilig zeigten sich zuversichtlich, dass es innerhalb der nächsten fünf Jahre gelingen werde, die derzeit noch hoch defizitär arbeitenden Häuser an eine schwarze Null heranzuführen.

Von den Sozialdemokraten gab es am Montag Kritik an den vermeintlich zu hohen Aufwandsentschädigungen für die drei externen Mitglieder des Aufsichtsrats. Sowohl in Frankfurt als auch im Main-Taunus-Kreis hatte sich die SPD gegen den Verbund ausgesprochen – unter anderem weil die demokratische Kontrolle nicht gesichert sei. Demokratisch verfasste Parlamente hätten den 48 000 Euro im Jahr, die etwa der Aufsichtsratsvorsitzende Harald Schmidt erhalten soll, nicht zugestimmt, heißt es in einer Presseerklärung der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen im SPD-Unterbezirk Frankfurt.

„Wir müssen kein schlechtes Gewissen haben“, sagte Schmidt. „Das zeitliche Engagement ist immens.“ Schmidt war 30 Jahre bei einer großen Unternehmensberatungsfirma im Gesundheitsbereich tätig. Mit Bernd Weber, ehemals Vorstandsmitglied beim evangelischen Gesundheitskonzern Agaplesion, und Monika Thiex-Kreye, die als Geschäftsführerin das Klinikum Hanau auf Kurs gebracht hat, konnten zwei weitere Akteure für den Aufsichtsrat mit anerkanntem Sachverstand gewonnen werden.

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