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Frankfurt Lob für neue Campus-Pläne

Netzwerk gemeinschaftliches Wohnen spricht von Paradigmenwechsel. Gelände der Akademie für Arbeit soll an gemeinschaftliche Wohngruppen gehen.

Als ausgesprochen positives Signal für innovative Wohnprojekte sieht das Netzwerk für gemeinschaftliches Wohnen den von der mehrheitlich städtischen Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft gefassten Beschluss, das Gelände der Akademie für Arbeit auf dem Campus Bockenheim zu kaufen und über den Liegenschaftsfonds gemeinschaftlichen Wohngruppen nach einem Festpreis anzubieten. Auf dem rund 1700 Quadratmeter großen Areal an der Mertonstraße könnten laut Stadt rund 40 Wohnungen entstehen.

Dass die Stadt über ihren Liegenschaftsfonds erstmals eine zentral gelegene Immobilie für diesen Zweck gesichert habe, sei ein Zeichen, dass zukunftsweisende und innovative Wohnformen ein wichtiger Bestandteil der Stadtentwicklung geworden sind, lobt das Netzwerk. Es erkennt gar einen Paradigmenwechsel: weg von der Vergabe von Immobilien nach Höchstpreis, die zu steigenden Mieten und Preisen führe, hin zur Sicherung von Wohnraum, der den Bedürfnissen der Menschen entspreche, und zu kalkulierbaren, beständigen Wohnkosten.

Das Netzwerk sieht in dem Beschluss eine große Chance für den Kulturcampus. Es weist darauf hin, dass dort bisher fast nur hochpreisiger Wohnraum entstanden und projektiert ist, andere Vorhaben, etwa alternativer Wohnprojekte, aber bisher auf Eis liegen. Sechs gemeinschaftliche Wohngruppen hatten schon 2014 den Zuschlag bekommen, auf dem Kulturcampus bauen zu können. Doch weil sich der Uni-Umzug verzögert, ist bis heute nicht klar, wann sie loslegen könnten. Das Gelände an der Mertonstraße bringe nun eine Erweiterung der Möglichkeiten, teilte das Netzwerk am Montag mit. Das Quartier könne von der neuen Entwicklung profitieren. „Je mehr unkonventionelle und gemeinschaftliche Wohnprojekte auf dem Campus realisiert werden können, desto besser stehen die Chancen für innovative Quartiers- und Wohnkultur.“

Die Stadt hat seit Sommer 2016 vier Liegenschaften nach Konzept statt nach Höchstpreis an gemeinschaftliche Wohngruppen vergeben. Die Gruppen Nika und Niddastern dürfen zwei Gebäude in der Niddastraße im Bahnhofsviertel umbauen, die Gruppe „Gemeinsam suffizient leben“ ein Areal an der Friedberger Landstraße bebauen. Jüngst erhielt das Projekt „Gemainsam“ den Zuschlag für eine Liegenschaft am Bolongaropalast.

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