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Frankfurt liest ein Buch Wo Georg Heislers Flucht begann

Das Konzentrationslager Osthofen diente Anna Seghers als Vorlage für ihren Roman „Das siebte Kreuz“ dem sich das Lesefest „Frankfurt liest ein Buch“ widmet.

Blick über den einstigen Appellplatz des KZ Osthofen - in Seghers Roman warten hier sieben Folterkreuze auf die aus dem Lager Entflohenen. Foto: unknown

Todesfälle wie die im Roman geschilderten, habe es im KZ Osthofen nicht gegeben, sagt Ramona Dehoff, auch wenn viele der meist nur für einige Wochen Inhaftierten später in andere Lager deportiert und ermordet worden seien. Gewalt sei aber auch in Osthofen an der Tagesordnung gewesen. Häftlinge wurden bei Schlaf- und Essensentzug in „verschärften Arrest“ gesteckt oder auf dem Appellplatz „bis zur Erschöpfung herumgejagt“, sagt Angelika Arenz-Morch. Alltägliche Demütigungen hätten gezielt dazu gedient, Menschen lächerlich zu machen – so habe der wohl bekannteste Häftling Osthofens, der SPD-Politiker Carlo Mierendorff, tagelang krumme Nägel geradeklopfen müssen.

In der Gedenkstätte, die der 1986 gegründete Förderverein in den 90er Jahren mit Hilfe der Landeszentrale für politische Bildung eingerichtet hat, lassen sich diese Schicksale nachlesen. Auch Anna Seghers und ihrem Roman ist hier ein Raum gewidmet. „Frankfurt liest ein Buch“ bietet in den kommenden zwei Wochen einen guten Anlass für einen Besuch – und dazu, sich mit der Autorin, ihrem Werk und der NS-Geschichte der Region zu beschäftigen.

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