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Frankfurt Letzter Mieter muss Rennbahn verlassen

Der letzte Bewohner der ehemaligen Galopprennbahn muss seine Unterkunft verlassen, urteilt das Landgericht Frankfurt. Der Streit um die Haupttribüne geht weiter.

Rennbahn
Am Freitag entscheidet das Landgericht Frankfurt darüber, ob die Stadt die Tribüne abreißen lassen darf. Foto: Christoph Boeckheler

Im Kampf um die alte Galopprennbahn hat die Stadt einen wichtigen Erfolg erzielt. Der letzte Bewohner des weiträumigen Geländes in Niederrad muss seine Unterkunft verlassen, die über den Stallungen liegt. Das Landgericht Frankfurt entschied die Räumungsklage im Sinne der Kommune. Der Mieter hatte zuvor drei von der Stadt angebotene Ersatzwohnungen und eine Abfindung abgelehnt.

Und doch ist der Weg noch lang, bevor das große Grundstück tatsächlich „frei von Lasten und Rechten Dritter“ ist. Dieses Versprechen hat die Stadt im Erbpachtvertrag dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) gegeben, der auf dem Areal seine Deutsche Fußball-Akademie bauen möchte. Aber der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe wird erst am 8. April 2018 die mündliche Verhandlung in der Hauptsache über die Räumungsklage der Stadt eröffnen.

Das hat der BGH jetzt der Kommune und dem Rennklub Frankfurt mitgeteilt. Bisher wollte der Magistrat die Entscheidung in der Hauptsache abwarten, bevor er versucht, auf dem Gelände Fakten zu schaffen. Solange die Räumungsklage nicht entschieden wurde, ist das Gelände nicht frei von Rechten Dritter.

Eine weitere wichtige Auseinandersetzung wird um die Haupttribüne der Rennbahn geführt. Am Freitag entscheidet das Landgericht Frankfurt darüber, ob die Stadt die Tribüne abreißen lassen darf. Bisher schützt eine einstweilige Anordnung, die der Rennklub erwirkt hatte, das Bauwerk vor dem Abbruch.

Für den Fall, dass der Rennklub am heutigen Freitag unterliegt, werde er in jedem Fall in die Berufung vor dem Oberlandesgericht gehen. Das kündigte der Vizepräsident des Rennklubs, Carl-Philipp zu Solms-Wildenfels, am Donnerstag im Gespräch mit der FR an.

Die Stadt hat sich in dem Vertrag mit dem DFB verpflichtet, die Tribüne abreißen zu lassen und die Kosten des Abrisses zu tragen. Sie werden auf bis zu eine Million Euro geschätzt.

Die Freunde des Turfs verteidigen noch zwei weitere Teilbereiche auf dem Rennbahngelände. Der eine ist das sogenannte Quotenhaus, in dem früher die Pferdewetten aufgegeben wurden. Hier ist über die Räumungsklage der Stadt noch nicht entschieden worden. Ein Verhandlungstermin vor dem Landgericht wird für Ende November erwartet.

Noch am Anfang steht der Streit um das „Sarotti-Häuschen“ auf dem Rennbahn-Grundstück nahe der Schwarzwaldstraße, das Alexa zu Solms-Wildenfels gehört. Die heute 75-jährige ehemalige Profireiterin und Mutter des Vereinsvizepräsidenten, hat das kleine Gebäude zu einer Art Erinnerungs-ort für die Geschichte des Pferdesports in Frankfurt ausgestaltet. Die Stadt hat Räumungsklage eingereicht, um das Haus abbrechen zu können. Einen Verhandlungstermin gibt es noch nicht. Wegen der ausstehenden juristischen Entscheidungen verfügt der Rennklub noch über Schlüssel für das Gelände.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Rennbahn

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