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Frankfurt Keine Burschen in der Kammer

Die Kritiker der geplanten Treffen von Studentenverbindungen in der Industrie- und Handelskammer (IHK) haben zu umfassendem Protest aufgerufen. Der IHK-kritische „Bundesverband für freie Kammern“ hat einen offenen Brief an Gewerkschaften, Parteien, Stadtverordnete und Stadtverwaltung in Frankfurt versandt.

Die Kritiker der geplanten Treffen von Studentenverbindungen in der Industrie- und Handelskammer (IHK) haben zu umfassendem Protest aufgerufen. „Wir halten es für notwendig, dass es ein breites bürgerschaftliches Engagement gegen so eine Veranstaltung in den Räumlichkeiten einer Körperschaft des öffentlichen Rechts (...) gibt“, heißt es in einem offenen Brief, den der IHK-kritische „Bundesverband für freie Kammern“ (bffk) am Mittwoch unter anderem an Gewerkschaften, Parteien, Stadtverordnete und Stadtverwaltung in Frankfurt versandt hat. „Dazu gehört auch, dass sich die Politik, Vereine, Verbände, Gewerkschaften hier zu Wort melden.“

Wie die Frankfurter Rundschau berichtete, sind für den 6. November gleich zwei verbindungsstudentische Veranstaltungen im IHK-Festsaal angekündigt. Tagsüber lädt der Convent Deutscher Akademikerverbände (CDA) – ein bundesweiter Zusammenschluss von Korporationsverbänden – zum „10. Deutschen Akademikertag“, abends wollen sich rund 200 ehemalige und aktive Verbindungsstudenten zum Biertrinken beim traditionellen „Rhein-Main-Kommers“ treffen. Kritisiert wird, dass bei alledem auch rechtsextreme Burschenschaften willkommen sind.

Die IHK, die sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert hat, will am Donnerstag eine Stellungnahme abgeben. Dann dürfte ihr auch eine Unterlassungserklärung vorliegen, die ein IHK-Mitglied aus dem Rhein-Main-Gebiet am Mittwoch abgeschickt hat. Darin soll sich die Kammer verpflichten, die Vermietung an die Korporationen rückgängig zu machen und bei der Vergabe des Festsaals künftig „strikt das Gebot der Neutralität zu wahren“. Bei Verstößen soll sie eine Vertragsstrafe von 10000 Euro zahlen. Wenn die IHK das nicht freiwillig unterschreibt, könnte der Unternehmer vor Gericht ziehen.

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