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Frankfurt Kein Run auf den Marathon

Der Marathon ist längst noch nicht ausgebucht - Frankfurt ist kein klassisches Touristenziel, sagen die Macher der Laufveranstaltung. Berlin oder London ziehen deutlich mehr Publikum an.

Frankfurt Marathon 2016
Rund 14.500 Läufer werden beim Marathon an den Start gehen. Foto: Rolf Oeser

Die Macher des Frankfurt-Marathons können es kaum erwarten, bis es wieder so weit ist. Anders ist es nicht zu erklären, dass sie die Uhren in der Nacht auf den 29. Oktober eine Stunde vorstellen wollen, wie sie bei der Präsentation der Strecke am Mittwoch verkündeten. Liebe Zuschauer und Läufer: Die Uhr wird in der Nacht vor dem Marathon um eine Stunde zurückgestellt. Wen die Stunde mehr Schlaf überzeugt, doch noch auf die Strecke zu gehen, für den ist noch Platz. Renndirektor Jo Schindler rechnet mit etwa 14.500 Anmeldungen.

Ein Anmeldestopp wie es ihn bei vielen anderen großen Laufveranstaltungen gibt, zeichnet sich Schindler zufolge nicht ab. Für Streckenchef Dieter Bremer liegt der Grund dafür auf der Hand: „Es fehlt der Stadt an touristischer Attraktivität.“ Wenn ein Vater verkünde, er laufe im Herbst den Marathon in Berlin oder La Palma, schreie die Familie, da komme sie mit. Bei Frankfurt hingegen bekäme der Vater zu hören: „Da kannst du alleine hinfahren“, verdeutlicht Bremer.

Drittschnellste Strecke weltweit

Hoch im Kurs steht die Frankfurter Strecke trotzdem, denn sie ist nach Berlin und London die drittschnellste der Welt, was vor allem an den nur 46 Höhenmetern liegt, die von den Läufern überwunden werden müssen. Die Strecke wäre für die Profis noch schneller, gäbe es da nicht den recht verwinkelten Teilabschnitt in der Innenstadt. Im vergangenen Jahr war es etwa am Opernplatz zu einigen Engpässen gekommen, da dort schnellere Läufer auf der zweiten Runde auf langsamere Läufer auf ihrer ersten Runde trafen. Als Konsequenz daraus wird der Opernplatz in diesem Jahr nur drei statt vier Mal passiert. Es ist die einzige nennenswerte Änderung im Vergleich zum Vorjahr.

Streckenchef Bremer will auch gar nicht viel ändern, denn er hat Jahre lang dafür gekämpft, die Strecke überhaupt so schnell zu machen. Etwaigen Befürchtungen, die Läufer müssten nun ein Einkaufszentrum durchlaufen, weil dieses in diesem Jahr erstmals Sponsor ist, erteilte Bremer daher eine klare Absage. „Die Diskussion stellt sich nicht, wir sind ein am Athleten orientierter Marathon.“

Auf der Strecke werden am 29. Oktober übrigens nicht nur die rund 14.500 Läufer des Marathons sein, sondern auch etwa 8000 Staffelläufer, die sich die 42,195 Kilometer jeweils zu viert aufteilen. So ganz unattraktiv kann der Frankfurt-Marathon dann übrigens doch nicht sein: Bislang liegen Anmeldungen aus 102 Ländern vor.

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