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Frankfurt Kampf gegen Macker und Sexisten

500 Menschen demonstrieren in Frankfurt für Frauenrechte, doch kurzzeitig eskaliert die Situation. Die Polizei setzt Pfefferspray ein.

FrauentagsDemo
Trommeln gegen Sexismus: Laut und bunt war die Demo. Sie verlief ganz überwiegend friedlich. Foto: Monika Müller

Alles fängt friedlich, glitzernd, und mit bunten Luftballons und rosa Katzenmasken am Tilly-Edinger-Platz in Bockenheim an. Schließlich geht es an diesem 8. März, dem Internationalen Tag der Frauen, darum, wie es auf einem Schild der Demonstrantinnen zu lesen ist, „gegen Macker und Sexisten“ und, wie auf einem anderen Schild steht, für „Feminismus“ zu kämpfen. Doch auf dem Weg zur Alten Oper über die Bockenheimer Landstraße/Ecke Ulmenstraße eskaliert am frühen Donnerstagabend kurzzeitig die Situation. Die Polizei setzt Pfefferspray ein.

„Ein Demonstrant hat bloß einen Sticker  auf eine Laterne geklebt, und da haben ihn gleich mehrere Polizisten zu Boden gedrückt und wie wild Pfefferspray in die Menge gesprüht“, berichtet eine Demonstrantin. Ein Polizeisprecher vor Ort sagt: „Meine Kollegen wollten nur die Personalien wegen Sachbeschädigung aufnehmen. Die Situation hat sich plötzlich hochgeschaukelt und wir mussten Pfefferspray einsetzten. Aber es wurde niemand auf den Boden gedrückt.“ Der Rest des Protestzugs bis zur Hauptwache verläuft friedlich.

500 Menschen sind zur Demo unter dem Motto „My body my choice, our riots our voice“ gekommen. Aufgerufen hatte dazu das Bündnis 8. März, Bündnis für queerfeministische Kampftage. Dabei geht es zum einen um den Kampf gegen sexualisierte Gewalt. „Und zwar angefangen bei Alltagssituationen wie dem ungewollten Hinterherpfeifen, dem Klaps auf den Po, Herrenwitze bis hin zu den sexuellen Übergriffen wie neulich am Uni-Campus Westend“, sag Emma Eschweiler, Sprecherin des Bündnisses. Aber es gehe auch darum, dass sich jeder selbst aussuchen kann, ob er sich eher als Mann, Frau oder auch vielleicht als beides identifizieren möchte. Ein Demo-Ruf der Menge lautet: „Was kotzt mich richtig an? Die Einteilung in Mann und Frau.“

„My pussy, my rules“

Studentin Marie (26) ist gekommen, weil sie für alle Frauen kämpfen will. „Feminismus war viele Jahre nur ein Ding für weiße Akademikerinnen, aber es gibt viel mehr als den Mainstream-Feminismus, also auch gerade Randgruppen wie Arbeiterinnen, behinderte oder schwarze Frauen gehören auch dazu.“ Außerdem nerve sie, dass viele Männer meinten, dass sie immer alles besser wüssten, nur weil sie ein Mann seien. Kristina (26) hält ein Schild hoch. Auf dem steht: „My pussy, my rules“. Ich habe es satt, dass von mir als Frau verlangt wird, dass ich schlank sein muss und dass ich mich hübsch machen muss. Wenn, dann tue ich das nur für mich.“

„Unsere Körper, unsere Kämpfe“, lautet ein Demo-Ruf. Der Anlass sei gerade besonders aktuell: „Denn seit Aschermittwoch bis Ostern demonstrieren die sogenannten „Lebensschützer“, die sich „40 Tage für das Leben“ nennen mit einer Gebets-Mahnwache vor Pro Familia unweit der Bockenheimer Landstraße und wollen mit Rosenkränzen die Frauen vor Abtreibungen abhalten. „Das geht gar nicht. Das ist unser Körper“, sagt Emma Eschweiler.

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