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Frankfurt-Kalbach Klapperschlange zu vergeben

Der Kalbacher Kinderbuchpreis „Die Klapperschlange“ geht in die nächste Runde. Der renommierte Literaturpreis wird im November verliehen. Die Besonderheit: Die Kinder stimmen selbst ab, welches Buch sie am Besten finden.

Ab jetzt wird in Kalbach gelesen. Foto: Andreas Arnold

Der Raum ist eher klein. Die Anspannung dafür umso größer. Seit Minuten steht Paula mit ihren Freundinnen Julia, Ida und Jasmin ungeduldig in der ersten Reihe vor dem langen, gelben Vorhang, um sie herum zahlreiche Bücher, hinter ihnen unzählige Kinder. „Ich war letztes Jahr schon bei der Eröffnung der Kalbacher Klapperschlange dabei“, sagt die Neunjährige und lächelt. Jetzt ist sie wieder in die Bücherei im Kalbacher Rathaus gekommen und kann es kaum erwarten, dass es losgeht.

„Wer möchte den Vorhang runter reißen?“, fragt Nicole Hofmeister vom Klapperschlangen-Team in die Runde. Viele Finger schnellen in die Höhe, jedes Kind möchte als erstes das sehen, was sich hinter dem gelben Tuch verbirgt. Sie ziehen den Stoff zu Boden und ein Regal, voll mit Kinderbüchern, ist zu sehen.

Die Klapperschlange ist ein renommierter Literaturpreis. Die Besonderheit: Die Kinder bestimmen selbst, welches Buch sie am Besten finden. „Die Verlage schicken uns ihre Neuerscheinungen“, erklärt Nicole Hofmeister. In diesem Jahr waren es rund 300 Bücher. Für die Kinder ist das ein unüberschaubares Meer an Geschichten. Daher wählte eine Jury bestehend aus zehn Erwachsenen im Vorfeld das aus, „was beispielsweise nicht zeitgemäß erscheint“, erklärt Nicole Hofmeister. Anschließend ging die Auswahl an 25 Kinder, die schon in den vergangenen Jahren beim Wettbewerb dabei waren. Sie lasen die Bücher an und wählten 60 Werke für die Endrunde aus. Diese 60 Bücher stehen nun im Regal, von jedem drei Exemplare, aufgeteilt in drei Altersklassen, von acht bis 14 Jahren. Jedes Kind darf sich ein beliebiges Buch aussuchen, mit nach Hause nehmen, eine Bewertung schreiben und Punkte geben. „Fünf Rezensionen müssen mindestens geschrieben werden, damit die Punkte in die Gesamtwertung aufgenommen werden“, erklärt Nicole Hofmeister.

Paula hat vergangenes Jahr zwölf Bücher bewertet. Diesmal hat sie sich von Sue Bentley „Zauber Kätzchen – Doppelter Ärger“ ausgesucht. „Ich habe davon schon einmal gehört und finde das cool“, erklärt sie. Auch Julia hat sich das Katzenbuch geschnappt. Ihr gefällt das Cover, außerdem hat sie es als Vorjury-Mitglied schon einmal angelesen.

Für die Mädchen ist es wichtig, wie ein Buch aussieht und „die Überschrift“, wirft Ida ein, und, was der Klappentext dem Leser verspricht. Es „muss aber auch spannend und lustig geschrieben sein“, meint Paula. Bis zum 8. Oktober haben die Mädchen nun Zeit, die verschiedenen Bücher auszuleihen, zu lesen und mindestens fünf Bewertungen abzugeben.

Nicole Hofmeister freut sich, dass so viele Kinder zur Eröffnung der Klapperschlange gekommen sind und sich auf das Regal mit dem Lesestoff stürzen. Ida, Julia, Paula und Jasmin jedenfalls haben ihren Roman im Arm – für sie geht es nach Hause, ran ans Lesen, damit bald schon das zweite Buch ausgeliehen werden kann.

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