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Frankfurt-Kalbach Kinder schmökern sich in andere Welten

177 Kinder haben im Frankfurter Stadtteil Kalbach den Literaturpreis „Klapperschlange“ vergeben. Bei der Kinderbuchmesse in der Alten Turnhalle freut sich der örtliche Kinderverein: Jedes Jahr würden mehr Mädchen und Jungen zu Büchern greifen.

Jasmin Riesner hat sich gut vorbereitet. 60 Bücher hat sie für den Wettbewerb gelesen. Foto: Monika Müller

Jasmin Riesner liebt es zu lesen. Jedes Jahr verschlingt die 13-Jährige bis zu 100 Bücher, vor allem Mystery- und Fantasy-Romane, auch Liebesgeschichten. „Ich lese halt schnell“, sagt die Schülerin. „Man kann sich entspannen und in eine andere Welt eintauchen.“

Allein von Mai bis Oktober hat Jasmin in 60 Büchern geschmökert. „Es ist ein Ehrgeiz für mich, jedes Jahr mehr zu lesen“, sagt das Mädchen, das auf dem Riedberg wohnt. Sie ist die diesjährige Rekordleserin der „Kalbacher Klapperschlange“ – einem Literaturpreis, den eine reine Kinderjury vergibt. Auf der Kinderbuchmesse, die am Wochenende zum 31. Mal in der Alten Turnhalle stattfand, hat der örtliche Kinderverein den Preis verliehen.

In der Halle am Grubweg gibt es am Samstagnachmittag kein Durchkommen mehr. Gespannt blicken die Besucher auf die von Künstlerin Jana Zahn dekorierte Bühne, auf der Steffi Trautmann und Andrea Ruthemeyer vom Kinderverein das Geheimnis um das Siegerbuch lüften. „Nelli und Prinzessin“, heißt das Werk. Geschrieben hat es die Autorin Eva Hirteis, die unter dem Pseudonym Nelli Emm publiziert.

Der Gewinner wurde nach einer Formel bestimmt, die Mathematik-Schüler der Wöhlerschule 2009 entwickelten. 177 Dritt- bis Neuntklässler hatten bei der 28. Ausgabe der „Klapperschlange“ insgesamt 1379 Beurteilungen abgegeben. „Das ist ein neuer Rekord“, freut sich Sylvia Grothe, im Kinderverein für die „Klapperschlange“ zuständig. Jedes Jahr würden mehr Kinder zu Büchern greifen. „Lesen ist wichtig“, sagt Grothe.

Hunderte Besucher schlendern an den beiden Messetagen durch die Turnhalle. Aussteller ist die Kinderbuchhandlung Tatzelwurm. Eine Bastelecke, ein Bilderbuchkino und ein Literatur-Rätsel gehören ebenso zum Programm wie eine Lesung mit Schriftstellerin Tanya Stewner sowie ein Kinderkonzert. „Herr Müller und seine Gitarre – Schräge Typen“, lautet der Titel.

„Die Kinderbuchmesse ist ein Highlight, auf das man sich das ganze Jahr über freut“, sagt der Vorsitzende des Kindervereins Hans Jörg Troost. Er lobt Kalbach als kinderfreundlichen Stadtteil mit vielen engagierten Bürgern. Der Verein entstand 1983 aus einer Elterninitiative heraus. Fünf Jahre später rief Regina Rusch die „Klapperschlange“ ins Leben. Der Literaturpreis ist inzwischen weit über Frankfurt hinaus bekannt. „Wir haben viele Anfragen von Schulen“, sagt Troost und freut sich besonders über viele Teilnehmer im Grundschulalter.

Die zehnjährige Julia hat für den diesjährigen Wettbewerb 13 Bücher gelesen. Am besten hat ihr die Lektüre „Klara Fall, der Lakritzräuber und ich“ gefallen. „Ich fand es sehr schön, dass da Bilder drinnen waren“, sagt die Kalbacherin, die in ihrer Freizeit am liebsten Krimis verschlingt. Mutter Hui Li ist von der Lesefreudigkeit begeistert: „Ich bin sehr stolz auf meine Tochter“, sagt sie mit einem breiten Lächeln.

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