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Frankfurt-Kalbach Keine Kita auf dem Kastanienhof

Seit fünf Jahren will der Integrations-Verein VzF im Frankfurter Stadtteil Kalbach eine integrative Kindertagesstätte einrichten. Bisher scheiterte er an der Bauaufsicht. Nun wollen Stadtteilpolitiker den Magistrat dazu bringen, seine Haltung zu überdenken.

Kinder und Eltern in Kalbach würden sich über eine zusätzliche Kindertagesstätte freuen. Foto: dpa

Es ist eine endlose Geschichte: Der Verein zur Förderung der Integration Behinderter Taunus (VzF) möchte auf dem Kastanienhof eine integrative Kindertagesstätte mit tiergestützter Pädagogik einrichten. Vor fünf Jahren stellte er erstmals eine Anfrage mit dem Ziel, 30 Plätze für unter Dreijährige zu schaffen. Ein Investor, Spenden und Sponsoren sollten die Finanzierung sichern. Das Stadtschulamt unterstützte die Idee – doch die Bauaufsicht winkte ab.

Nicht ohne Grund: Die geplante Kita liege im Außenbereich. Dort seien laut Baugesetz nur landwirtschaftliche Gebäude wie eine Reithalle möglich, hieß es. Die VzF-Verantwortlichen fielen aus allen Wolken. Denn bis dahin hatten sie bereits rund 20 000 Euro und mehr als 200 Stunden in das Projekt investiert.

Seit 2008 betreibt der Verein auf dem Reiterhof an der Josef-Bautz-Straße das Kinderförderzentrum Therapeutisches Reiten. Mehr als 200 Kinder behandelt er jede Woche durch den Einsatz von Pferden. Das Angebot reicht von Heilpädagogik über Hippotherapie bis hin zu integrativem Breitensport. „Wir haben eine große Nachfrage und sind weiterhin an der Kita interessiert“, sagt VzF-Geschäftsführer Bernd Hruby. „Die Räumlichkeiten sind da.“

Grünen nehmen neuen Anlauf

Allerdings: Die Umnutzung eines landwirtschaftlichen Betriebs in eine Kita ist laut dem Regierungspräsidium (RP) Darmstadt nur möglich, wenn die Stadt Frankfurt einen Bebauungsplan aufstellt. Die Fläche würde dann aus dem Außenbereich herausgelöst. Darauf hatten sich Vertreter des RP Darmstadt während eines Ortstermins verständigt. Die Stadt Frankfurt indes sah sich bis zuletzt nicht in der Lage, ein Bebauungsplanverfahren einzuleiten, das nur eine einzige Betreuungseinrichtung zum Ziel hat. Dies teilte der Magistrat dem für Kalbach zuständigen Ortsbeirat 12 im vergangenen Sommer mit.

Nun nehmen die Grünen im Stadtteilgremium einen neuen Anlauf, um das Vorhaben zu verwirklichen. In einem Antrag für die heutige Sitzung möchten sie den Magistrat bitten, seine Stellungnahme „zu überdenken“. Auf dem Nachbargrundstück, das auch im Landschaftsschutzgebiet liege, sei eine Pension genehmigt worden. Die Grünen erwarten, dass die Stadt „im Sinne einer Gleichbehandlung auch für die Errichtung des integrativen Kindergartens eine positive Lösung findet“, heißt es in der Vorlage.

Die Stadt bleibt weiter skeptisch. „An der Rechtslage hat sich nichts geändert“, teilt der Sprecher von Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne), Mark Gellert, mit. Das Nachbargrundstück könne man nicht so einfach mit dem Reiterhof vergleichen, die Erschließungssituation sei eine andere.

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