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Frankfurt Immobilien Das Penthouse ist gelandet

Auf einem ehemaligen Luftschutzbunker sind im Frankfurter Stadtteil Griesheim acht Maisonettewohnungen entstanden. Der Blick von dem angeschmuddelten Kriegsrelikt ist rasant. Die Griesheimer Bunker-Bebauung ist nicht die einzige in der Stadt.

Neues Wohnen in 14 Meter Höhe am Gemeindegarten. Foto: Martin Weis

Auf einem ehemaligen Luftschutzbunker sind im Frankfurter Stadtteil Griesheim acht Maisonettewohnungen entstanden. Der Blick von dem angeschmuddelten Kriegsrelikt ist rasant. Die Griesheimer Bunker-Bebauung ist nicht die einzige in der Stadt.

Der Gegensatz ist atemberaubend. Architekt Till Kuhlmann hat auf das Dach des Bunkers, Am Gemeindegarten 18, acht Maisonettewohnungen gesetzt. Was sich als Text recht nüchtern liest, sieht in Natura aus als wäre ein Ufo auf einer Ritterburg gelandet. Der ehemalige Luftschutzbunker ist ein angeschmuddeltes Kriegsrelikt, Baujahr 1943. Die gerade fertiggestellten Penthousewohnungen, leuchten dagegen weithin sichtbar elegant und modern.

Volker Rapp, Quartiersmanager in Griesheim, zeigte sich gestern bei einer Besichtigung angetan von dem Bau: „Toll, dass so etwas entstanden ist.“ Rapp hält den Bunker mit Wohnaufsatz nicht nur für etwas „architektonisch Besonderes“. Er verspricht sich auch eine Belebung der Nordseite des Parks am Gemeindegarten.

Die erste Ebene der zweistöckigen Maisonetten liegt auf 14 Metern Höhe. Hinauf führen Fahrstuhl und Treppe – außen am Bunker entlang. Wer läuft, kommt an den Graffiti auf der Bunkerwand vorbei. Die Kaltmiete beträgt 1195 Euro, die zwei Eckwohnungen sind 300 Euro teurer. Mieter können 113 Quadratmeter Wohnfläche nutzen (mit Terrasse). Die Böden aus Eichendielen sind beheizt. Das untere Geschoss besteht aus einem langen Zimmer für Küche, Ess- und Wohnbereich. Dazu kommt die 15 Quadratmeter große Terrasse. Im oberen Geschoss finden sich zwei Schlafzimmer, ein Bad und eine zusätzliche Toilette mit eigener Dusche.

Gute Wohnlage

Der Blick ist aufregend. Nach Norden hin schauen die Bewohner direkt auf die Omega-Brücke und die S-Bahntrasse und darüber hinweg bis zum Taunus. Die Terrassen sind nach Süden ausgerichtet, dort schweift der Blick über den Gemeindegarten-Park und die Dächer Griesheims in die Ferne zur Bürostadt Niederrad und bis zum Odenwald.

Die Wohnlage sei gut, findet Dorothee Kuhlmann, Ehefrau des Architekten und damit Miteigentümerin des Bunkers. „Alt-Griesheim weist eine gute Infrastruktur auf.“ Zum Main laufe man in nur fünf Minuten, die S-Bahn liege genau vor der Tür. Außerdem gebe es viele Läden. „Griesheim ist ein verkannter Stadtteil.“

Was mit dem eigentlichen Bunker, dem Fundament der neuen Wohnungen, geschehen soll, ist unklar. „Wir sind für alles offen, sagt Kuhlmann. Als das Gebäude noch im Besitz der Bundesvermögensanstalt war, diente es den Vereinen und Institutionen im Ort als Lagerstätte, erzählt Ursula Schmidt, die Vorsitzende des Vereinsrings – immerhin sind hier rund 1400 Quadratmeter Fläche vorhanden.

Eine ähnliche Bunker-Bebauung hatte die Stadt Frankfurt 2004 an der Schmickstraße 18 im Ostend veranlasst. Für 800 000 Euro entstanden dort fünf Künstlerateliers und das Institut für Neue Medien.

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