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Frankfurt „Ihr werdet uns nicht spalten“

Der folgenschwere Anschlag von Berlin lässt auch die Frankfurter trauern. Mit Liedern, Herzen und Friedenssymbolen gedenken Menschen auf der Zeil sowie in der Sankt Katharinenkirche an der Hauptwache der Opfer.

Kerzen und Herzen bei der Mahnwache für die Opfer von Berlin auf der Zeil. Foto: christoph boeckheler*

Auch in Frankfurt haben am Mittwoch Dutzende Menschen der Opfer des Anschlags auf einen Berliner Weihnachtsmarkt gedacht. In der Sankt Katharinenkirche an der Hauptwache versammelten sich am Abend einige Menschen zum ökumenischen Friedensgebet; nur wenige hundert Meter weiter trafen sich zeitgleich etwa 50 Personen am Brockhaus-Brunnen auf der Zeil zur Mahnwache.

Die Kirchenbesucher hielten Liedtexte in ihren Händen; die Menschen am Brockhaus-Brunnen auf Papier gemalte Herzen und Friedenssymbole sowie brennende Kerzen. Oder aufgemalte Slogans wie die achtjährige Sofia Jangda. „You will not divide us“, war auf dem Blatt Papier zu lesen, das sie auf der Zeil mit sich trug. „Ihr werdet uns nicht spalten.“ Sofia war mit ihrer 34-jährigen Mutter und ihrer 64-Jährigen Oma zum Brunnen gekommen.

Organisiert hatte die Veranstaltung an der Zeil die Frankfurterin Nabila Bushra. Unter dem Hashtag Zusammen (#zusammen) hatte sie gemeinsam mit Menschen aus sieben weiteren deutschen Städten zur Mahnwache aufgerufen. Es gehe um eine Reaktion auf den Anschlag in Berlin, sagte Bushra. Nicht wenige Menschen hätten nun Angst. „Wir müssen in diesen schwierigen Zeiten zusammenhalten“, betonte die 26-Jährige.

„Unseren Hass bekommt ihr nicht“

Vom Zusammenstehen sprach auch Daniela Tran in ihrer kurzen Rede. Den Menschen, die Anschläge wie jene in Berlin planen und ausführen, rief sie zu: „Unseren Hass bekommt ihr nicht. Nicht in Berlin, nicht in Frankfurt, nicht in Deutschland.“

Elisa Rheinheimer-Chabbi hatte erst eineinhalb Stunden zuvor von der Mahnwache auf der Zeil erfahren und war spontan dazugekommen. Die Anschläge der vergangenen Monate in Belgien und Frankreich hätten sie nicht weniger emotional bewegt, sagte sie. Nach den Anschlägen von Nizza oder Brüssel sei sie allerdings nicht zu einer Gedenkveranstaltung gegangen, berichtete die 29-Jährige. In Sorge sei sie nun nicht nur wegen religiöser Fundamentalisten; die religiös motivierte Gewalt führe auch zu Anfeindungen gegen ihre muslimischen Freunde, sagte sie.

In der Katharinenkirche sprach der evangelische Stadtdekan Achim Knecht. „Mit Tränen in den Augen“ habe er die Nachricht aus Berlin vernommen, berichtete er und hoffte auf den „Trost, den die Botschaft von Weihnachten uns Menschen schenken will“.

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