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Frankfurt-Höchst Halbzeit am Höchster Bahnhof

Auf dem Bahnhof im Frankfurter Stadtteil Höchst wird Tag und Nacht an den neuen Aufzügen und Bahnsteigen, an der Unterführung und den Vorplätzen gearbeitet. Bis alles fix und fertig ist, wird es noch dauern - bis Herbst 2016.

Der Bahnhof bleibt noch knapp ein Jahr eine Baustelle. Foto: C. Boeckheler

Ein Bagger rüttelt den Bahnsteig auf, der Schlaghammer zertrümmert das Gestein. Schotter und Erde, Stahlmasten und Betonblöcke liegen auf Bahnsteig 3 des Höchster Bahnhofs. Es wird eifrig gebaut, tags wie nachts. Im Jahresverlauf kommen die Bahnsteige 5 und 6 an die Reihe. Die Bahnsteige 1 und 2 sind fast fertig. Bis Februar 2016 sollen beinahe alle Arbeiten an der Station, an der jeden Tag rund 25.000 Menschen ein- und aussteigen, beendet sein.

Beinahe zumindest, einige Arbeiten stehen noch aus. Etwa an den Dächern. Als die Bahn im Mai 2014 mit der Sanierung begann, erlebte sie eine unangenehme Überraschung. Eigentlich wollte sie die 90 Jahre alte Überdeckung der Bahnsteige 1 bis 3 nur sanieren und die stützenden Masten erhalten. Aber: „Die Stützen waren kaputt“, sagt Uwe Hassenzahl, der Projektleiter Stationen bei der Deutschen Bahn. Also bekamen die Bahnsteige 1 und 2 ein kurzes Dach, das nur einen kleinen Teil des Haltebereichs überspannt.

Als Provisorium stehen auf den Bahnsteigen 1 und 2, an denen die S-Bahnen halten, weiße Container. Dort können sich die Fahrgäste bei Regen unterstellen. „Die Wetterschutzbauten sind eine Notlösung“, sagt Projektleiter Hassenzahl. Von Februar bis Oktober 2016 wolle die Bahn die Dächer erweitern. Sie sollen wieder den Großteil der Bahnsteige überspannen.

Von den Dächern abgesehen, liege man im Zeitplan, sagt Hassenzahl. Zwei Aufzüge an den Bahnsteigen 1 und 2 stehen schon. Der Aufzug in Richtung Innenstadt (Steig 1) könne „in wenigen Wochen“ in Betrieb gehen. Auch die übrigen Bahnsteige bekämen jeweils einen Aufzug. Nur nicht Steig 4, an dem keine Züge halten, sondern Güterwaggons vorbeirauschen.

Die Unterführung der Gleise will die Bahn erneuern und dabei auf den Denkmalschutz achten. Die weißen Emaille-Fliesen aus den 1920 Jahren, mit der grünen, zierenden Bordüre an den Wänden, werden neu gemacht. Zumindest dort, wo sie erhalten sind, zwischen Eingangshalle und Bahnsteig 4. Die Handläufe an den Treppen, die im Moment noch übergangsweise aus Holz sind, würden „historisch ausgebügelt“, sagt Hassenzahl. Zur Nordseite hin soll eine mit ein bis zwei Grad sehr leicht steigende Rampe die Stufen ersetzen.

Alle Bahnsteige, außer Nummer 4, erhöht die Bahn auf 76 Zentimeter, der „europaweit normierten und optimierten Einstiegshöhe“, wie ein Bahnsprecher sagt. Aus der S-Bahn müssen die Fahrgäste eine kleine Stufe von zehn bis zwölf Zentimetern überwinden, was die Bürgerinitiative Bahnhof Höchst als zu hoch kritisiert.

Aufpassen müssen Rollstuhlfahrer, wenn sie auf dem Bahnsteig sind. „Durchfahrt für Rollstuhlfahrer nicht geeignet“, warnt ein Schild auf Höhe der Treppen. „Weil der Bahnsteig an dieser Stelle so eng ist, müssen wir warnen, hier entlangzufahren“, sagt Hassenzahl. Der Hinweis sei aber nicht als Verbot zu verstehen, ergänzt der Sprecher.

Auch bei den Bahnhofsvorplätzen ist erst die Hälfte geschafft. Die Nordseite hat die Stadt hergerichtet. Die Vorplanung für die Südseite läuft noch. Was die Bahn mit der historischen Empfangshalle, den Bahnhofsnebengebäuden und dem ehemaligen Bunker vorhat, ist noch nicht klar.

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