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Frankfurt-Heddernheim Konzerte wie im Wohnzimmer

Um Live-Musik oder Lesungen zu erleben, müssen die Heddernheimer nicht weit fahren. Das „habel.elf“ im Frankfurter Stadtteil hat sich zu einem kulturellen Treffpunkt entwickelt.

Die Macher: M. Schmid, A. Hahnl und C. Streckert (v.l.). Foto: Peter Jülich

Als sie die Kneipe in der Habelstraße 11 betrat, war Andrea Hahnl schockiert. Der Geruch von verschüttetem Bier, die alten Lampen, die nur trübe leuchteten – und hier sollte ein kultureller Treffpunkt für Heddernheim entstehen? Aber mit Christian Streckert und Markus Schmid ließ sich Andrea Hahnl von dem ersten Eindruck nicht abschrecken. Die 50-Jährige begann das Potential der Räume zu erkennen, die 14 Jahre lang vernachlässigt wurden. Was sie daraus gemacht hat, kann sich sehen lassen.

„Wir wollten Kultur ins Viertel bringen“, erklärt Schmid das Ziel des Vereins, der sich „habel.elf“ nennt, in Anlehnung an die Straße und die Hausnummer in der sich der Treff befindet. Die Heddernheimer sollten nicht mehr irgendwohin fahren müssen, um Live-Musik oder Lesungen zu erleben, sondern ein entsprechendes Angebot direkt vor ihrer Tür vorfinden. Das versuchten die drei Macher erstmals am 10. Mai 2014 mit einer Live-Band. Die drei Verantwortlichen rechneten zwar damit, dass es anfangs schwierig werden würde, Bands zu finden. Tatsächlich aber haben sie seitdem nie wieder fragen müssen.

„Die kommen immer auf uns zu“, sagt Streckert. Warum das so ist, erklärt er sich so: „Die Stimmung ist gut, die Bands können einfach mal auftreten, es ist wie ein familiäres Wohnzimmer-Konzert.“ Das gäbe es an keinem anderen Ort. Dort, wo man sein Bier trinke und irgendwo in der Ecke die Band vor sich hin spielt. Im habel.elf bekommt jede Band die volle Aufmerksamkeit.

Neben der Musik gibt es Lesungen, ein Pub-Quiz, Whiskey-Tasting, ein „Apfelwein-Battle“ mit lokalen Kelterern, Public Viewing – aber nur der Deutschlandspiele. „Die Eintracht zeigen wir wieder, wenn sie international spielt“, sagt Schmid scherzhaft.

Rund 40 bis 50 Leute kommen im Schnitt zu den Veranstaltungen, die in der Regel ein- bis zweimal die Woche stattfinden. „Das Alter ist so 35 plus“, sagt Streckert, ein schöner Querschnitt der Einwohner. „Wir machen nur das Programm, was uns gefällt“, sagt Schmid. Dafür bringen die drei und ihre Partner viel Zeit in das Projekt ein – ehrenamtlich, neben dem Beruf. „Ich finde es geil, Events zu organisieren“, erklärt Schmid. Streckert interessiere sich einfach für Musik und Hahnl unterhalte sich unheimlich gerne, fassen die drei ihre Motivationen zusammen.

Die Kneipe haben sie über die Jahre aufbessern können. Es gibt kleine Sitzecken mit Tischen, Sofas, moderne Lampen, demnächst soll eine vernünftige Bühnenbeleuchtung folgen. „Wir finanzieren uns nur über die Getränkeeinnahmen“, sagt Schmid. Künstler würden durch Spenden der Besucher bezahlt.

Der Kulturtreff richtet am Samstag, 19. März, um 16 Uhr ein Tischkicker-Turnier aus. Am Sonntag, 20. März, 15 Uhr gibt es ein Tanzkaffee mit der Turnerschaft Heddernheim. Das komplette Programm: www.habel-elf.com.

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