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Frankfurt-Hausen Ein Freund namens Burner

Die Kita Krabbelhausen hat einen Therapiehund namens Burner. Er ist an vier Tagen in der Einrichtung. Noch reagieren einige Kinder zurückhaltend auf den Australian Shepherd. Aber Burner hat ein soziales Wesen.

Keine Angst zeigt die kleine Matilda, als sie Burner füttert. Foto: Andreas Arnold

Amalie und Matilda sind kaum größer als Burner. Und doch hört der braune Australian Shepherd auf die Zweijährigen, wenn sie vor ihm stehen, den Arm ausstrecken, ihm die gehobene Handfläche vors Maul halten und „Stopp“ sagen. Dann wirft Amelia den roten Ball und Burner rennt her. Burner ist der Krippenhund in Krabbelhausen. Seit Anfang des Jahres gehört der Rüde quasi zum Inventar der Einrichtung Am Industriehof, in der 22 Kinder unter drei Jahren betreut werden.

Wenn Burner nicht in der Krabbelstube ist, lebt er bei Michaela Bock, der Leiterin der Einrichtung. Schon lange hatte sie den Wunsch, einen eigenen Hund zu haben. Doch sie arbeitet in Vollzeit. „Ich gehöre nicht zu den Menschen, die einen Hund den ganzen Tag alleine zu Hause lassen“, sagt die 33-Jährige. Also, recherchierte sie, sprach mit Kollegen und fand die Lösung, die auch bei ihrem Arbeitgeber, dem „Verein zur Unterstützung berufstätiger Eltern“ auf Zustimmung stieß: Burner wird ein Therapiebegleithund, auch um ihre gehbehinderte Mutter zu unterstützen. Er lernt, sich von den Kindern streicheln und füttern zu lassen, spielt mit ihnen.

Nachdem er den Wesenstest bestanden hatte, begann im Frühjahr die anderthalbjährige Ausbildung von Hund und Frauchen. „Seine Mutter ist eine Diabetikerhündin, sein Vater begleitet einen Behinderten. Daher waren wir optimistisch, dass auch Burner ein soziales Wesen hat“, sagt Bock.

Gemeinsames Gassigehen

An vier Tagen die Woche ist er nun in der Einrichtung. Zum täglichen gemeinsamen Ritual gehört ein gut 45-minütiger Spaziergang durch den Industriehof. „Interessiert verfolgen die Kinder seine Verrichtungen, da er keine Windel braucht“, erzählt Bock lachend. Auch im Gruppenraum und Garten verbringen Hund und Kinder täglich gemeinsame Zeit. „Burners Rasse ist ein Hütehund. Daher muss er noch lernen, dass die Kinder sich im Garten frei bewegen dürfen, und er sie nicht wie ein Schafsrudel behüten muss“, erklärt Michaela Bock.

Während Amalie und Matilda offen auf Burner zugehen, sind andere Kinder zurückhaltender. „Manche warten ab, schauen aus der Ferne zu. Wichtig ist, kein Kind zu irgendetwas zu zwingen“, sagt die Leiterin.

Positiv äußern sich ihre Kollegen über den Zuwachs. „Ich finde es wichtig, dass Kinder schon früh den Umgang mit Tieren lernen“, sagt Kinderpfleger Dominique Wölfelschneider. „Es ist sehr schön zu sehen, wie die Kinder mit ihm aufwachsen“, ergänzt Sozialpädagogin Zarah Laguchioua. Bock berichtet, dass alle Eltern dem Projekt zustimmten: „Manche meinten: Gut, dass ihr einen Hund habt, dann müssen wir uns keinen anschaffen.“

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