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Frankfurt-Hauptwache Soli-Demo für Aufstand im Iran

Linke Sympathisanten der iranischen Opposition solidarisieren sich und demonstrieren spontan gegen das Mullah-Regime.

Demo
Rund 80 Demonstranten zogen durch die Innenstadt. Foto: Christoph Boeckheler

Das Häufchen Demonstranten an der Hauptwache wirkt zunächst etwas verloren. Recht spontan haben linke Sympathisanten eine Demonstration in der Innenstadt angemeldet um sich „mit den säkulären Kräften im Iran“ zu solidarisieren. Der Anmelder der Demonstration möchte seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen und keine Interviews geben, dafür stellt sich „Co-Anmelder“ Dennis Schnittker zur Verfügung.

Die Demonstrierenden seien „lose bekannte Linke“ und der Protest an diesem Dienstagabend richte sich gegen „die Appeasement-Politik“ von Bundesaußenminister Sigmar Gabriel. Der gehört der SPD an und deswegen haben sich die Organisatoren als Ziel ihrer Demonstration die Zentrale der Frankfurter SPD in der Fischerfeldstraße ausgesucht.

Die Route wurde nochmal geändert. „Eigentlich wollten wir vor das iranische Generalkonsulat in der Raimundstraße ziehen, aber da ist ja nichts los, da stören wir nur die Anwohner“, sagt Schnittker.

Vor dem iranischen Konsulat hatte es schon am Neujahrstag und am Nachmittag Kundgebungen säkulärer Kräfte gegeben. Allerdings sind sich die Gruppen untereinander nicht grün, weswegen es im Stadtteil Dornbusch teilweise etwas hitzig zuging und auch Eier geflogen sein sollen.

Das könnte ein wenig das große Polizeiaufgebot an der Hauptwache erklären. Die Beamten sind zunächst klar in der Überzahl. „Wir wussten nicht, was uns hier erwartet“, gesteht Einsatzleiter Heiko Gottschalk, der „mit einer anderen Klientel“ gerechnet hatte. Das nun doch größer werdende Grüppchen bezeichnet er als „deutsch-gemäßigt“ und freut sich auf einen „gemütlichen Abendspaziergang über die Zeil“.

Demo ohne Iraner

In der Tat sind bei der Demonstration gegen das Mullah-Regime keine Iraner dabei. Die Exil-Iraner seien zwar gut organisiert, blieben aber meist unter sich, es gebe keinen Kontakt zu ihnen, bedauert Schnittker.

Mit halbstündiger Verspätung setzen sich die dann doch rund 80 Demonstranten in Bewegung und folgen dem Lautsprecherwagen der Polizei. Ohne die vielen Polizeifahrzeuge würde der Demonstrationszug im Feierabendtrubel auf der Zeil kaum weiter auffallen. Ein paar Mal wird zaghaft „Nieder mit dem Mullah-Regime“ und „Hoch die antiklerikale Solidarität“ gerufen. Dazu werden an Passanten Flugblätter verteilt, in denen dazu aufgerufen wird „dem islamfaschistischen Regime im Iran die historische Rechnung“ zu präsentieren. Nicht ganz überraschend liegt die SPD-Zentrale in der Fischerfeldstraße verwaist im Dunklen. Nur sehr viele Polizeifahrzeuge sind schon vor Ort, die Beamten werden aber nicht gebraucht.

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