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Frankfurt-Harheim Bürger befürchten teurere Tickets

Der Smarttarif des RMV sorgt für Unsicherheit im Frankfurter Stadtteil Harheim. 20 000 Nutzer testen aktuell den Probe-Tarif.

Viele Harheimer fahren von Berkersheim in die Innenstadt. Foto: Renate Hoyer

Viele Harheimer sorgen sich um mögliche Fahrpreiserhöhungen des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV). Nachdem der Verkehrsverbund im vergangenen Frühjahr mit dem Pilotprojekt „Smarttarif“ begonnen hat, bei dem Fahrten mit Bus und Bahn künftig kilometergenau, ähnlich wie bei Taxifahrten, abgerechnet werden sollen, ist die Skepsis im Stadtteil groß. In der Sitzung des Ortsbeirates 14 am Montagabend äußerten mehrere Bürger und Politiker Befürchtungen, dass die Preise für Fahrten von Harheim in die Innenstadt in Zukunft um rund 80 Prozent steigen könnten.

Ortsvorsteher Frank Immel (CDU) zitierte aus einer Stellungnahme des Magistrats, es handele sich bei dem Projekt des RMV lediglich um einen Pilotversuch. Bei diesem sollten „Erkenntnisse über das Nutzungsverhalten“ gewonnen werden. Er bezeichnete die Aussage jedoch als „Beruhigungspille“ und sprach von „exorbitanten Preissteigerungen aus allen Ortsteilen in die Innenstadt“. Immel bedauerte zudem, dass der RMV eine Einladung, eine Sitzung des Ortsbeirats 14 zu besuchen, abgelehnt habe, weil Personal fehle.

Ortsbeiratsmitglied Kristina Luxen (SPD) berichtete, dass ihr von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) in „großer Runde“ mit besorgten Vertretern anderer Stadtteile, die ebenfalls hohe Preiserhöhungen fürchteten, zugesagt worden sei, dass der „aktuelle Tarif langfristig bleibt“. Die Sozialdemokratin betonte, dass der Smarttarif für Harheimer auf bestimmten Fahrstrecken durchaus sinnvoll sei. Etwa wenn die Bürger von Berkersheim in die bisher andere Tarifzone Richtung Karben fahren würden und beim Smarttarif nicht für zwei Zonen, sondern nach Kilometern bezahlen müssten – was in diesem Fall günstiger sei.

Helmut Seuffert (Grüne) wollte wissen, wie lange die aktuellen Preise erhalten bleiben und was es bedeuten könnte, wenn der Magistrat in seiner Stellungnahme von „absehbarer Zeit“ schreiben würde. Auf Anfrage der FR sagte RMV-Sprecher Sven Hirschler dazu: „Der Modellversuch ist auf drei Jahre angelegt, in diesem Zeitraum wird sich am regulären Tarif, abgesehen von einer jährlichen Preisanpassung nach oben oder unten, nichts ändern“.

20 000 Nutzer testeten den Probe-Tarif aktuell, in etwa zweieinhalb Jahren, nach Ablauf des Projektes, werde die Zufriedenheit der Probanden zusammen mit der Politik ausgewertet. Dann werde entschieden, ob der Smarttarif eingeführt werden soll oder nicht. „Wir werden das System dann aber nicht komplett umstellen“, sagte RMV-Sprecher Hirschler. Er räumte jedoch ein, dass es künftig für „einige Fahrgäste günstiger und für andere teurer“ werden könnte. Für zu hohe Fahrpreise soll es dann eine „Deckelung“ in Form eines Pauschalpreises geben.

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